Der zärtliche Jossif
Psychologische Erzählkunst aus der russischen Moderne zwischen Begehren, Maskenspiel und musikalischer Prosa
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Zusatztext
Der zärtliche Jossif entfaltet in präzise gesetzten Szenen das Porträt einer empfindsamen Gestalt, deren Sanftmut als moralische und ästhetische Haltung lesbar wird. Kusmin verbindet psychologische Miniatur, ironische Gesellschaftsbeobachtung und lyrisch durchhörte Prosa. Im Kontext der russischen Moderne steht der Text zwischen symbolistischer Musikalität und jener klaren, gegenständlichen Eleganz, die später mit dem Akmeismus verbunden wurde. Michail Kusmin (1872-1936), Dichter, Erzähler, Dramatiker und ausgebildeter Musiker, gehörte zu den eigenwilligsten Stimmen des Petersburger Silbernen Zeitalters. Seine Nähe zu literarischen Salons, seine Kenntnis europäischer Kunstformen und seine Sensibilität für Außenseitertum, Begehren und Maskenspiel prägen auch dieses Buch. Aus biographischer Erfahrung und ästhetischem Programm erwächst eine Prosa, die Intimität nicht bekenntnishaft, sondern kunstvoll vermittelt. Zu empfehlen ist Der zärtliche Jossif Leserinnen und Lesern, die eine subtile, formbewusste Erzählkunst suchen. Das Buch belohnt Aufmerksamkeit für Zwischentöne, Gesten und musikalische Rhythmen der Sprache und eröffnet einen konzentrierten Zugang zu Kusmins raffinierter, lange unterschätzter Moderne.
Weitere Details
Erschienen: 23.11.2025
Umfang: 116 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 0.7 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788028510978
Umbreit-Nr.: 8564310
