Tag der Heuschrecke
Hollywoodsatire der Depressionsära über gescheiterte Träume, Massenhysterie und die dunkle Moderne
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Zusatztext
Tag der Heuschrecke ist Nathanael Wests bittere Vision des Hollywood der dreißiger Jahre: ein Ort, an dem Träume industriell produziert und menschliche Hoffnungen systematisch verschlissen werden. Im Zentrum stehen der Bühnenbildner Tod Hackett, die ehrgeizige Faye Greener und der vereinsamte Homer Simpson. West verbindet realistische Milieubeobachtung mit grotesker Überzeichnung, filmischer Montage und apokalyptischer Symbolik; der Roman gehört damit in den Kontext der amerikanischen Moderne und der Literatur der Depression. West, 1903 als Nathan Weinstein in New York geboren, kannte die Verheißungen und Täuschungen der amerikanischen Populärkultur aus nächster Nähe. Seine Arbeit als Drehbuchautor in Kalifornien, seine jüdisch-immigrantische Herkunft und seine Erfahrung einer von wirtschaftlicher Krise geprägten Gesellschaft schärften seinen Blick für Entfremdung, Konsumphantasien und soziale Wut. Wie schon in Miss Lonelyhearts untersucht er die zerstörerische Kraft falscher Erlösungsversprechen. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die keine nostalgische Hollywood-Legende suchen, sondern eine präzise, verstörende Analyse moderner Massengesellschaft. Wests kurzer Roman ist stilistisch kühn, moralisch hellsichtig und bis heute aktuell, weil er zeigt, wie leicht Sehnsucht in Gewalt umschlagen kann.
Weitere Details
Erschienen: 26.10.2025
Umfang: 108 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 0.6 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788028510435
Umbreit-Nr.: 8564326
