Eine alltägliche Geschichte
Vom Provinzadligen zum Petersburger Karrieristen: Idealismus, Bürokratie und Desillusionierung im Realismus
Gontscharow, Iwan Alexandrowitsch
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Zusatztext
Eine alltägliche Geschichte, 1847 erschienen, ist Gontscharows scharfsinniger Debütroman über die Ernüchterung des jungen Alexander Adujew, der aus der provinziellen Idylle nach Petersburg kommt und dort an den nüchternen Gesetzen von Karriere, Geld und gesellschaftlicher Anpassung reift - oder verhärtet. In klarer, ironisch kontrollierter Prosa stellt der Roman romantische Selbstinszenierung und prosaischen Wirklichkeitssinn einander gegenüber. Damit steht er im Kontext des russischen Realismus der 1840er Jahre und führt zugleich zentrale Themen vor, die Gontscharow später in Oblomow vertiefen sollte. Iwan Alexandrowitsch Gontscharow, 1812 in Simbirsk geboren, kannte sowohl die Welt des russischen Landadels als auch die bürokratische Ordnung der Hauptstadt aus eigener Erfahrung. Seine Tätigkeit im Staatsdienst, seine Bildung und sein genauer Blick für soziale Rituale prägten seine Darstellung einer Generation, die zwischen sentimentalen Idealen und moderner Zweckrationalität zerrieben wird. Der Roman wirkt daher weniger autobiographisch als diagnostisch: Er untersucht eine gesellschaftliche Mentalität. Empfohlen sei dieses Buch allen Lesern, die die Entstehung des russischen Gesellschaftsromans verstehen möchten. Es bietet nicht nur eine elegante Charakterstudie, sondern auch eine bis heute aktuelle Analyse des Verlusts von Illusionen, der Anpassung an Institutionen und des Preises bürgerlicher Nüchternheit.
Weitere Details
Erschienen: 24.06.2025
Umfang: 180 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 1 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788028394400
Umbreit-Nr.: 7095339
