Sagenbuch des Erzgebirges
Spuk-, Schatz- und Bergmannssagen aus Sachsens Montanregion und Volksglauben des 19. Jahrhunderts
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Zusatztext
Das "Sagenbuch des Erzgebirges" versammelt die mündlichen Überlieferungen einer Landschaft, deren Geschichte von Bergbau, Wald, Frömmigkeit und Grenzerfahrung geprägt ist. Köhler ordnet Spuk-, Schatz-, Bergmanns- und Ortsgründungssagen zu einem kulturhistorisch aufschlussreichen Panorama. Sein Stil verbindet nüchterne Sammlungstreue mit erzählerischer Prägnanz; im Kontext der romantischen und nachromantischen Volkskunde bewahrt das Werk regionale Stimmen, ohne ihren archaischen Zauber zu glätten. Johann August Ernst Köhler erscheint hier als gelehrter Vermittler zwischen Archiv, Landschaft und Volkserzählung. Seine Nähe zum Erzgebirge, sein Interesse an Heimatkunde und historischer Überlieferung sowie das wissenschaftliche Sammelideal des 19. Jahrhunderts dürften ihn zur Niederschrift bewogen haben. Er versteht Sage nicht bloß als Kuriosität, sondern als Ausdruck kollektiver Erinnerung: In ihr spiegeln sich Ängste der Bergleute, religiöse Deutungsmuster, soziale Ordnungen und die poetische Aneignung einer rauen Umwelt. Empfohlen sei dieses Buch allen, die Volksliteratur, Regionalgeschichte oder die geistige Topographie Sachsens verstehen wollen. Es bietet keine bloße Unterhaltungssammlung, sondern ein dichtes Quellenwerk zur erzählerischen Selbstdeutung des Erzgebirges. Wer die Verbindung von Mythos, Alltag und Landschaft studieren möchte, findet hier einen zuverlässigen, atmosphärisch reichen Zugang.
Weitere Details
Erschienen: 05.12.2023
Umfang: 984 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 5.3 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788028354381
Umbreit-Nr.: 438816
