Das Nationaltheater des Neuen Deutschlands
Kulturpolitik, Bühnenreform und bürgerliches Theater im 19. Jahrhundert
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Zusatztext
Eduard Devrients "Das Nationaltheater des Neuen Deutschlands" ist weniger ein bloßer Theatertraktat als ein kulturpolitisches Programm aus dem Horizont der deutschen Einheitsbewegung. Mit historischer Argumentation, ästhetischer Urteilsfähigkeit und reformerischem Ernst entwirft Devrient die Bühne als öffentliche Bildungsanstalt, in der Sprache, Sitte und nationales Bewusstsein Gestalt gewinnen sollen. Der Stil verbindet gelehrte Übersicht mit praktischer Theaterkenntnis; im Kontext der nachrevolutionären Debatten um Nation, Bürgertum und Kunst erhält die Schrift besonderes Gewicht. Devrient selbst war für ein solches Unternehmen hervorragend disponiert: Als Schauspieler, Sänger, Regisseur, Theaterleiter und Theaterhistoriker kannte er die Institution Bühne aus künstlerischer wie organisatorischer Nähe. Seine Zugehörigkeit zur berühmten Devrient-Familie, seine Erfahrungen an bedeutenden deutschen Theatern und sein Interesse an Shakespeare, Oper und Schauspiel führten zu einer Perspektive, die nationale Erneuerung nicht abstrakt, sondern durch konkrete Reformen des Theaterwesens denkt. Empfohlen sei dieses Buch allen, die die Entstehung moderner deutscher Theaterideen verstehen möchten. Es erschließt, wie eng Kunst, Politik und Öffentlichkeit im 19. Jahrhundert verbunden waren, und bleibt ein aufschlussreiches Dokument für Theaterwissenschaft, Kulturgeschichte und die Geschichte nationaler Selbstverständigung.
Weitere Details
Erschienen: 05.12.2023
Umfang: 36 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 0.2 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788028354107
Umbreit-Nr.: 9866283
