Pastor Hallin
Eine psychologische Studie über Glauben, Gewissenskonflikt und soziale Moral im ländlichen Schweden
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Zusatztext
Pastor Hallin entfaltet das Porträt eines Geistlichen, dessen Amt zwischen dogmatischer Verpflichtung, sozialer Verantwortung und privater Gewissensprüfung steht. Geijerstam verbindet die genaue Beobachtung des Alltags in einer schwedischen Gemeinde mit psychologischer Analyse: Gespräche, häusliche Szenen und moralische Konflikte ersetzen spektakuläre Handlung. In der Tradition des skandinavischen Realismus der 1880er und 1890er Jahre fragt der Roman, wie christliche Autorität in einer modernisierten, von Klassen- und Geschlechterfragen bewegten Gesellschaft bestehen kann. Gustaf af Geijerstam (1858-1909) gehörte zu jener Generation schwedischer Schriftsteller, die Literatur als Instrument gesellschaftlicher Diagnose verstand. Als Journalist, Erzähler und Romancier war er mit naturalistischen Verfahren vertraut, wandte sich jedoch zunehmend den inneren Spannungen des bürgerlichen und religiösen Lebens zu. Seine Nähe zu zeitgenössischen Reformdebatten, seine Sensibilität für Familie, Ehe und soziale Abhängigkeit sowie die intellektuelle Atmosphäre des modernen Durchbruchs erklären die eindringliche Gestaltung Hallins. Empfohlen sei dieses Buch Leserinnen und Lesern, die keine bloße Pfarrgeschichte erwarten, sondern eine nüchterne, fein gearbeitete Studie über Glauben, Pflicht und menschliche Schwäche. Pastor Hallin bietet historische Erkenntnis und literarische Spannung zugleich: ein stiller, aber nachhaltiger Roman über die Kosten moralischer Integrität.
Weitere Details
Erschienen: 05.12.2023
Umfang: 120 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 0.7 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788028352219
Umbreit-Nr.: 9980608
