Turgenew: Gesammelte Werke
Russischer Realismus zwischen Adelsgut, Dorfleben, Leibeigenschaft und den Konflikten des 19. Jahrhunderts
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Zusatztext
Iwan Sergejewitsch Turgenews Gesammelte Werke eröffnen ein weites Panorama russischer Gesellschaft, von den Gutslandschaften der Provinz bis zu den geistigen Konflikten der europäischen Moderne. In Erzählungen, Romanen und Skizzen verbindet Turgenew psychologische Genauigkeit mit lyrischer Naturdarstellung und einer klassisch ausgewogenen Prosa. Seine Figuren stehen häufig zwischen Tradition und Aufbruch, zwischen adliger Selbstprüfung, bäuerlicher Wirklichkeit und den ideologischen Spannungen des 19. Jahrhunderts. Turgenew, 1818 in eine wohlhabende Gutsbesitzerfamilie geboren, kannte die sozialen Gegensätze des zaristischen Russland aus unmittelbarer Erfahrung. Studien in Moskau, Petersburg und Berlin öffneten ihn zugleich für westliches Denken, Philosophie und Kunst. Seine Kritik an Leibeigenschaft, sein Leben zwischen Russland und Westeuropa sowie seine Nähe zu literarischen und politischen Debatten prägten ein Werk, das Vermittlung sucht, ohne Widersprüche zu glätten. Diese Sammlung empfiehlt sich Lesern, die russische Literatur nicht nur als Monument, sondern als lebendige Analyse menschlicher Empfindung kennenlernen möchten. Turgenew bietet keine laute Programmatik, sondern eine stille, nachhaltige Erkenntniskunst: elegant, melancholisch und historisch hellsichtig. Wer die Entstehung moderner europäischer Prosa verstehen will, findet hier einen unverzichtbaren Zugang.
Weitere Details
Erschienen: 05.12.2023
Umfang: 660 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 3.5 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788028351366
Umbreit-Nr.: 9980588
