König Heinrich VIII.
Tudorzeit, Hofintrigen und Machtpolitik zwischen Katharina von Aragón, Anne Boleyn und Kardinal Wolsey
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Zusatztext
König Heinrich VIII., Shakespeares spätes Historienstück, entfaltet die Tudor-Geschichte als Abfolge politischer Stürze, höfischer Schauakte und providentieller Deutungen. Im Zentrum stehen die Scheidung Katharinas von Aragón, der Aufstieg Anne Boleyns, der Fall Kardinal Wolseys und die Geburt Elisabeths. Der Stil verbindet zeremonielle Pracht, rhetorische Selbstrechtfertigung und melancholische Reflexion; im literarischen Kontext markiert das Drama den Übergang vom elisabethanischen Geschichtsdrama zur höfisch-spektakulären Dramaturgie der jakobäischen Bühne. William Shakespeare, der erfahrene Dramatiker der Londoner Theaterwelt, schrieb dieses Werk vermutlich in Zusammenarbeit mit John Fletcher. Seine langjährige Beschäftigung mit Macht, Legitimität und öffentlicher Inszenierung findet hier eine späte, auffallend ambivalente Form. Die Nähe zur Stuart-Zeit, ihr Interesse an Dynastie und Staatskirche sowie Shakespeares Verständnis politischer Rollen dürften die Gestaltung dieses historisch heiklen Stoffes entscheidend geprägt haben. Empfohlen sei dieses Stück Leserinnen und Lesern, die Shakespeare nicht nur als Tragiker oder Komödiendichter, sondern als scharfen Analytiker institutioneller Macht entdecken wollen. König Heinrich VIII. bietet weniger heroische Handlung als präzise Beobachtung: Wie Geschichte gemacht, erinnert und legitimiert wird.
Weitere Details
Erschienen: 02.12.2023
Umfang: 228 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 1.3 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788028349691
Umbreit-Nr.: 2779117
