Dubrowskij
Enteigneter Adel, Justizwillkür und verbotene Liebe im zaristischen Russland
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Zusatztext
Dubrowskij, 1832/33 entstanden und postum veröffentlicht, ist Puschkins unvollendeter Prosaroman über enteigneten Adel, Rechtswillkür und moralische Rebellion. Im Zentrum steht Wladimir Dubrowskij, dessen Vater durch den mächtigen Gutsbesitzer Trojekurow ruiniert wird; aus persönlicher Kränkung und sozialer Ohnmacht wird er zum Räuberhauptmann. Die Liebeshandlung um Mascha Trojekurowa verbindet romantische Spannung mit einer nüchternen Analyse russischer Standesverhältnisse. Puschkins klare, ökonomische Prosa markiert den Übergang von romantischer Erzählkunst zu realistischem Gesellschaftsroman. Alexander Puschkin, 1799 in Moskau geboren und 1837 in Sankt Petersburg gestorben, gilt als Begründer der modernen russischen Literatur. Seine eigene Erfahrung mit aristokratischer Kultur, staatlicher Zensur, Verbannung und Duell-Ehre schärfte seinen Blick für Macht, Abhängigkeit und persönliche Würde. In Dubrowskij verarbeitet er nicht nur zeitgenössische Berichte über Gutsherrenwillkür, sondern auch sein anhaltendes Interesse an Freiheit, Gesetz und der gefährlichen Nähe von Gerechtigkeit und Gewalt. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die eine dichte Verbindung von Abenteuer, Liebestragödie und Gesellschaftskritik suchen. Trotz seines Fragmentcharakters besitzt Dubrowskij bemerkenswerte Geschlossenheit: Jede Szene legt die Spannungen eines Reiches offen, in dem Recht käuflich und Ehre verletzlich ist. Wer Puschkins poetische Meisterschaft in erzählerischer Form kennenlernen möchte, findet hier einen knappen, eindringlichen und historisch aufschlussreichen Zugang.
Weitere Details
Erschienen: 02.12.2023
Umfang: 48 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 0.3 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788028348663
Umbreit-Nr.: 2780538
