Der Streit über die Tragödie
Kunstpsychologie, Einfühlung und die Wirkung tragischer Dichtung
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Zusatztext
In "Der Streit über die Tragödie" untersucht Theodor Lipps eine zentrale ästhetische Streitfrage: Wie kann das tragische Kunstwerk Lust, Erhebung oder geistige Befriedigung hervorrufen, obwohl es Leid, Schuld, Untergang und Schrecken darstellt? In präziser, argumentativ dichter Prosa ordnet Lipps die überlieferten Positionen zur Tragödie, von klassischer Poetik bis zur modernen Ästhetik, und prüft sie psychologisch. Sein Stil verbindet systematische Begriffsschärfe mit philosophischer Anschaulichkeit; das Werk steht im Kontext jener Jahrhundertwende-Debatten, in denen Kunstwirkung, Gefühl und Wahrnehmung neu bestimmt wurden. Theodor Lipps, einer der einflussreichen deutschen Philosophen und Psychologen seiner Zeit, ist besonders durch seine Theorie der Einfühlung bekannt geworden. Gerade diese Verbindung von Ästhetik und Psychologie prägt auch dieses Buch: Lipps fragt nicht nur nach Formgesetzen der Tragödie, sondern nach den inneren Vorgängen des Zuschauers. Seine Beschäftigung mit Bewusstsein, Gefühl, Nachahmung und ästhetischer Erfahrung bildet den Hintergrund einer Schrift, die literarische Theorie als Analyse seelischer Prozesse versteht. Empfohlen sei dieses Buch allen, die Tragödientheorie nicht bloß historisch, sondern als lebendige Frage nach der Macht der Kunst lesen möchten. Studierende der Literaturwissenschaft, Philosophie und Theaterästhetik finden hier eine konzise, anspruchsvolle Einführung in ein Grundproblem des Dramas. Lipps' Überlegungen bleiben anregend, weil sie zeigen, dass tragische Dichtung weniger durch das Dargestellte als durch die geistige Verarbeitung des Dargestellten wirkt.
Weitere Details
Erschienen: 02.12.2023
Umfang: 48 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 0.3 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788028348373
Umbreit-Nr.: 2780282
