Ein Mensch unter den Mikroben
Satirische Science-Fiction über Miniaturisierung, Laborexperimente und die Kultur einer mikroskopischen Welt
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Zusatztext
Maurice Renards Ein Mensch unter den Mikroben entfaltet eine phantastisch-wissenschaftliche Versuchsanordnung: Der menschliche Blick wird in eine mikroskopische Welt versetzt, in der Mikroben nicht bloß Krankheitserreger, sondern Träger einer eigenen Ordnung, Kultur und Logik erscheinen. Mit ironischer Präzision verbindet Renard Abenteuererzählung, Satire und spekulative Biologie. Das Werk steht im Kontext des französischen merveilleux scientifique und befragt, lange vor moderner Mikrobiom-Forschung, die Selbstgewissheit des Menschen als Maß aller Dinge. Renard, 1875 geboren, gehörte zu den eigenwilligsten französischen Autoren früher Science-Fiction. Seine Beschäftigung mit Medizin, Wahrnehmung, Experiment und körperlicher Verwandlung prägt auch Werke wie Die Hände des Orlac. Als Theoretiker des wissenschaftlichen Wunderbaren suchte er nicht bloß technische Zukunftsbilder, sondern literarische Modelle, in denen naturwissenschaftliche Hypothesen philosophische und moralische Folgen entfalten. Ein Mensch unter den Mikroben lässt sich aus dieser Verbindung von Gelehrsamkeit, Skepsis und erzählerischer Kühnheit verstehen. Empfohlen sei dieses Buch allen Leserinnen und Lesern, die klassische Phantastik nicht als bloße Kuriosität, sondern als intellektuelles Labor begreifen. Renards Roman bietet Witz, Staunen und erkenntniskritische Schärfe; er eröffnet eine Welt, in der das Kleinste die größten Fragen nach Identität, Macht und menschlicher Begrenzung stellt.
Weitere Details
Erschienen: 02.12.2023
Umfang: 108 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 0.6 x 22.9 x 15.2 cm
Lesealter: Lesealter: 9-99 J.
ISBN/EAN: 9788028348052
Umbreit-Nr.: 2780353
