Zwei Menschen
Verbotene Liebe, Glaubenskonflikt und seelische Prüfung in der Südtiroler Alpenwelt um 1900
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Zusatztext
Richard Voß' "Zwei Menschen" ist ein psychologischer Liebes- und Schicksalsroman, der die Begegnung zweier existenziell einsamer Figuren in einer von Religion, Standesbewusstsein und Naturgewalt bestimmten Welt entfaltet. Die Handlung gewinnt ihre Spannung weniger aus äußerer Intrige als aus Gewissenskonflikten, Begehren, Schuldgefühl und der Frage, ob menschliche Nähe gegen gesellschaftliche Normen bestehen kann. Stilistisch verbindet Voß spätrealistisches Erzählen mit lyrisch gesteigerten Landschaftsbildern; im Kontext von Heimatkunst und Fin de Siècle erscheint die Natur zugleich als Zuflucht, Spiegel der Seele und moralische Instanz. Richard Voß (1851-1918), aus Pommern stammend, war Kriegsteilnehmer von 1870/71, Dramatiker, Erzähler und ein Autor zwischen deutschem Kulturmilieu, italienischer Erfahrung und alpiner Lebenswelt. Seine Aufenthalte in Italien und Berchtesgaden, seine Sensibilität für Landschaftsräume sowie sein Interesse an religiösen und erotischen Konflikten prägen den Roman. "Zwei Menschen" wirkt daher wie die Verdichtung seiner zentralen Themen: Leidenschaft, Verzicht, seelische Prüfung und die Suche nach einer wahrhaftigen Existenz. Empfohlen sei dieses Buch Lesern, die historische Romane nicht als bloße Kulisse, sondern als moralische Versuchsanordnung schätzen. Voß bietet keine einfache Liebesgeschichte, sondern eine eindringliche Studie über Bindung, Freiheit und Verantwortung. Gerade seine pathetische, bildkräftige Sprache macht den Roman zu einem charakteristischen und lesenswerten Dokument der literarischen Moderne um 1900.
Weitere Details
Erschienen: 02.12.2023
Umfang: 160 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 0.9 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788028347796
Umbreit-Nr.: 2780241
