Der 14. Dezember
Historisches Drama um Dekabristenaufstand, Gewissen und Macht im russischen Zarenreich
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Zusatztext
Der 14. Dezember gestaltet den gescheiterten Aufstand der Dekabristen am Petersburger Senatsplatz als historisches Drama von Gewissen, Macht und messianischer Hoffnung. Mereschkowski verbindet dokumentarisch geschulte Rekonstruktion mit symbolistischer Verdichtung: politische Gespräche, intime Zweifel und religiöse Visionen werden zu einem Panorama des russischen Adels zwischen Aufklärung und Orthodoxie. Im Kontext des europäischen historischen Romans liest sich das Werk weniger als Chronik denn als Untersuchung jener geistigen Spannung, aus der Revolution und Reaktion gleichermaßen erwachsen. Dmitri Mereschkowski (1865-1941), Dichter, Kritiker und Religionsphilosoph, gehörte zu den prägenden Stimmen des russischen Symbolismus. Seine dauernde Beschäftigung mit dem Gegensatz von Christus und Antichrist, persönlicher Freiheit und sakralisierter Staatsgewalt erklärt die Wahl des Stoffes. In den Dekabristen erkannte er Vorläufer der russischen Intelligenzija: aristokratische Idealisten, deren moralischer Ernst an historischer Unreife und imperialer Härte zerbricht. Erfahrungen von Zensur, Revolution und Exil schärften seinen Blick für diese Tragik. Empfohlen sei Der 14. Dezember allen Lesern, die historische Literatur nicht als bloße Ausstattung, sondern als Erkenntnisform schätzen. Das Buch bietet keine einfache Heldenlegende, sondern eine differenzierte Deutung politischer Opferbereitschaft und religiöser Sehnsucht. Wer die Ursprünge moderner russischer Opposition verstehen möchte, findet hier einen anspruchsvollen, eindringlichen und bis heute beunruhigend aktuellen Roman.
Weitere Details
Erschienen: 02.12.2023
Umfang: 216 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 1.2 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788028347574
Umbreit-Nr.: 2780324
