Zur Psychologie des Individuums
Fin-de-Siècle-Essay über Künstlerseele, Genie, Décadence und schöpferisches Bewusstsein
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Zusatztext
Zur Psychologie des Individuums ist weniger eine konventionelle Abhandlung als ein programmatischer Essay der europäischen Moderne. In der Verbindung von psychologischer Spekulation, ästhetischer Kritik und suggestiver Prosa untersucht Przybyszewski das schöpferische Subjekt als Ausnahmegestalt, in der Krankheit, Sensibilität, Musik und metaphysischer Wille ineinandergreifen. Der Text steht im Kontext von Fin de Siècle, Décadence und frühem Symbolismus; er liest künstlerische Individualität nicht moralisch, sondern als Grenzphänomen des Bewusstseins. Stanislaw Przybyszewski, 1868 in Lojewo geboren und später eine zentrale Figur der polnischen und deutschsprachigen Bohème, schrieb aus der Erfahrung eines intellektuellen Milieus, das von Nietzsche, Schopenhauer, Darwinismus und moderner Psychopathologie geprägt war. Seine Berliner Jahre, seine Nähe zu Künstlerkreisen und sein Konzept der nackten Seele erklären den leidenschaftlichen Versuch, Kunst als Offenbarung innerster, oft zerstörerischer Seelenkräfte zu deuten. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die die geistigen Spannungen um 1900 verstehen wollen: den Kult des Genies, die Faszination für das Unbewusste und die Auflösung bürgerlicher Gewissheiten. Es ist eine anspruchsvolle, gelegentlich exaltierte, aber bemerkenswert hellsichtige Schrift für alle, die Literatur, Psychologie und Ideengeschichte zusammendenken möchten.
Weitere Details
Erschienen: 02.12.2023
Umfang: 52 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 0.3 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788028347109
Umbreit-Nr.: 2780536
