Timon von Athen
Tragische Satire über falsche Freunde, ruinierte Freigebigkeit und den Sturz in Misanthropie im antiken Athen
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Zusatztext
William Shakespeares Timon von Athen entfaltet die Geschichte eines athenischen Edelmanns, der sein Vermögen in verschwenderischer Freigebigkeit an falsche Freunde verteilt und, von Gläubigern bedrängt, in radikale Menschenverachtung stürzt. Das Drama verbindet Tragödie, Satire und moralphilosophische Parabel; seine oft schroffe, aphoristische Sprache spiegelt eine Welt, in der Kredit, Schmeichelei und soziale Maskerade jede Tugend korrumpieren. Im Kontext der späten Shakespeare-Dramatik erscheint es als düsteres Problemstück über Reichtum, Gabe und Entfremdung. Shakespeare, geprägt vom Londoner Theaterbetrieb, von höfischer Patronage und den ökonomischen Spannungen des frühen 17. Jahrhunderts, fand in Timon einen Stoff, der antike Autorität mit zeitgenössischer Gesellschaftskritik verband. Die mögliche Mitwirkung Thomas Middletons verweist zusätzlich auf die Nähe zur jakobäischen Stadtsatire. Shakespeares Erfahrung mit Gönnerschaft, Schauspieltruppen und materieller Abhängigkeit dürfte den scharfen Blick auf Freundschaft als Tauschverhältnis vertieft haben. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die Shakespeare jenseits der kanonischen Liebes- und Machttragödien entdecken möchten. Timon von Athen ist spröde, bitter und ungewöhnlich modern: ein Werk für alle, die literarische Formen der Kapital- und Moralkritik in konzentrierter dramatischer Gestalt suchen.
Weitere Details
Erschienen: 02.12.2023
Umfang: 192 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 1.1 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788028346966
Umbreit-Nr.: 2778496
