Die kriminelle Psychose
Forensische Psychiatrie, Zurechnungsfähigkeit und Strafrecht im Spannungsfeld von Wahn, Schuld und Gesellschaft
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Zusatztext
In "Die kriminelle Psychose" untersucht Oskar Panizza die beunruhigende Grenzzone zwischen Verbrechen, Krankheit und gesellschaftlicher Zuschreibung. Der Text verbindet psychiatrische Fallbetrachtung, kulturkritische Polemik und juristische Reflexion zu einer dichten Analyse jener Zustände, in denen Schuld, Wahn und Verantwortung ineinander übergehen. Stilistisch zeigt sich Panizzas charakteristische Mischung aus wissenschaftlicher Terminologie, scharfer Ironie und provokativer Zuspitzung; literarisch steht die Schrift im Kontext der fin-de-siècle-Debatten über Degeneration, Zurechnungsfähigkeit und die Macht moderner Institutionen. Panizza war nicht nur Schriftsteller, sondern ausgebildeter Arzt und Psychiater, was seiner Auseinandersetzung mit pathologischen Bewusstseinsformen besondere Schärfe verleiht. Zugleich prägten ihn Konflikte mit Kirche, Staat und Justiz, insbesondere die Verurteilung wegen "Das Liebeskonzil". Seine eigene Erfahrung institutioneller Repression und späterer Psychiatrisierung macht "Die kriminelle Psychose" zu einem Text, in dem medizinisches Wissen und persönliche Existenzkrise untrennbar miteinander verschränkt erscheinen. Empfohlen sei dieses Buch Lesern, die sich für Psychiatriegeschichte, Rechtsphilosophie und literarische Moderne interessieren. Panizzas Schrift ist kein neutraler Fachtraktat, sondern ein herausforderndes Dokument intellektueller Unruhe, das bis heute Fragen nach Normalität, Schuld und gesellschaftlicher Kontrolle stellt.
Weitere Details
Erschienen: 02.12.2023
Umfang: 36 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 0.2 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788028346904
Umbreit-Nr.: 2780599
