Caroline von Wolzogen - Gesammelte Erzählungen
Psychologische Prosa über Liebe, Pflicht und weibliche Selbstbestimmung in der Goethezeit
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Zusatztext
Caroline von Wolzogens "Gesammelte Erzählungen" vereinen Prosatexte, in denen empfindsame Seelenanalyse, moralische Reflexion und gesellschaftliche Beobachtung ineinandergreifen. Ihre Erzählkunst steht an der Schwelle zwischen Spätaufklärung, Weimarer Klassik und Frühromantik: Häusliche Konflikte, weibliche Bildung, Freundschaft, Liebe und Pflicht werden nicht bloß sentimental entfaltet, sondern als Prüfsteine bürgerlicher Selbstbestimmung dargestellt. Der ruhige, elegante Stil verbindet psychologische Genauigkeit mit einem ausgeprägten Sinn für sittliche Nuancen. Die Autorin, 1763 als Caroline von Lengefeld geboren und später mit Wilhelm von Wolzogen verheiratet, bewegte sich im geistigen Zentrum der deutschen Klassik. Als Schwägerin und enge Vertraute Friedrich Schillers, dessen Leben sie später biographisch darstellte, kannte sie die ästhetischen und philosophischen Debatten ihrer Zeit aus unmittelbarer Nähe. Ihre eigenen Erfahrungen als gebildete Frau in aristokratischen und literarischen Kreisen prägen die Aufmerksamkeit für weibliche Handlungsspielräume und emotionale Wahrhaftigkeit. Diese Sammlung empfiehlt sich Lesern, die die deutsche Literatur um 1800 jenseits der kanonischen Namen erkunden möchten. Wolzogens Erzählungen eröffnen einen differenzierten Blick auf Innenleben, Gesellschaft und Geschlechterordnung und verdienen als eigenständiger Beitrag zur klassischen Prosa neue Aufmerksamkeit.
Weitere Details
Erschienen: 01.12.2023
Umfang: 284 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 1.6 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788028346195
Umbreit-Nr.: 2780631
