Der Geizige
Geldgier, Heiratsintrige und Familienkonflikt in einer französischen Komödie des 17. Jahrhunderts
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Zusatztext
Der Geizige (L'Avare), 1668 uraufgeführt, ist eine Komödie der Charakterentlarvung, in der Harpagon seine Kinder, Diener und sich selbst der tyrannischen Logik des Geldes unterwirft. Molière verbindet die antike Vorlage von Plautus' Aulularia mit der Strenge des französischen Klassizismus: klare Intrige, präzise Szenenökonomie, glänzende Dialogprosa. Hinter Verwechslungen, Liebeshandlungen und Farce erscheint Geiz als soziale Pathologie, die Familie, Sprache und Moral deformiert. Jean-Baptiste Poquelin, genannt Molière, kannte die Bühne als Schauspieler, Truppenleiter und Autor aus praktischer Erfahrung. Seine Nähe zum Hof Ludwigs XIV. schützte ihn teilweise, setzte ihn aber auch Erwartungen an Maß, Witz und gesellschaftliche Lesbarkeit aus. Nach Angriffen auf Tartuffe und andere Komödien schärfte er seinen Blick für Heuchelei, Standesinteressen und häusliche Macht; diese Erfahrung nährt die unerbittliche Komik Harpagons. Empfohlen sei Der Geizige allen Leserinnen und Lesern, die klassische Komödie nicht als bloßes Lustspiel, sondern als analytisches Instrument verstehen möchten. Das Stück bleibt erstaunlich gegenwärtig, weil es ökonomische Besessenheit in intime Beziehungen übersetzt und dabei zeigt, wie Besitzdenken Liebe, Vertrauen und Urteilskraft korrumpiert. Wer Molières Kunst der pointierten Diagnose entdecken will, findet hier einen idealen Zugang.
Weitere Details
Erschienen: 01.12.2023
Umfang: 84 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 0.5 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788028345624
Umbreit-Nr.: 2780054
