Alfred Schirokauer-Krimis
Kriminalistische Spannung, Berliner Milieu und Gesellschaftskritik in der Weimarer Moderne
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Zusatztext
Die Alfred Schirokauer-Krimis versammeln eine Spielart der deutschsprachigen Unterhaltungsliteratur, in der kriminalistische Spannung, urbane Beobachtung und psychologische Motivierung eng ineinandergreifen. Schirokauers Prosa ist erzählerisch beweglich, dialogreich und auf dramatische Zuspitzung hin gebaut; sie verrät die Nähe zum Feuilleton ebenso wie zum frühen Film. Im literarischen Kontext der Zwischenkriegszeit erscheinen diese Krimis als Dokumente einer Moderne, die Verbrechen nicht nur als Rätsel, sondern als Symptom sozialer Verwerfungen liest. Alfred Schirokauer, 1880 geboren und 1934 gestorben, gehörte zu jenen vielseitigen Autoren, die zwischen Roman, Biographie, Theater und Drehbuch souverän wechselten. Seine Erfahrung als Jurist, Journalist und erfolgreicher Filmschriftsteller schärfte seinen Blick für Konflikt, Milieu und szenische Ökonomie. Als jüdischer Autor im deutschsprachigen Kulturbetrieb der Weimarer Jahre kannte er zudem die Brüchigkeit gesellschaftlicher Ordnungen, die in seinen Kriminalstoffen vielfach nachhallt. Empfohlen sei dieser Band allen Leserinnen und Lesern, die den klassischen Kriminalroman nicht bloß als Unterhaltung, sondern als kulturgeschichtliche Quelle entdecken möchten. Schirokauers Krimis bieten präzise Spannung, zeittypische Atmosphäre und ein feines Sensorium für Moral, Macht und Täuschung. Wer die Übergänge zwischen Literatur, Presse und Kino der Moderne verstehen will, findet hier eine anregende Lektüre.
Weitere Details
Erschienen: 01.12.2023
Umfang: 296 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 1.6 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788028345426
Umbreit-Nr.: 2780370
