Sacher-Masoch: Novellen
Psychologische Novellen über Begehren, Macht und gesellschaftliche Ordnung in Galizien und der Habsburgermonarchie
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Zusatztext
Diese Sammlung von Novellen zeigt Leopold von Sacher-Masoch als präzisen Erzähler sozialer, erotischer und kultureller Grenzerfahrungen. In dichter, oft kühl beobachtender Prosa verbindet er psychologische Analyse mit ethnographischem Interesse an den Vielvölkerlandschaften Galiziens und der Habsburgermonarchie. Seine Figuren bewegen sich zwischen Begehren, Macht, Recht und gesellschaftlicher Konvention; die Novellen stehen damit im Kontext des poetischen Realismus, weisen jedoch bereits auf moderne Erkundungen von Sexualität und Identität voraus. Sacher-Masoch, 1836 in Lemberg geboren, war Jurist, Historiker, Journalist und einer der eigentümlichsten österreichischen Erzähler des 19. Jahrhunderts. Seine Herkunft aus einem kulturell gemischten Raum, seine Beschäftigung mit Geschichte und Volkskunde sowie seine Sensibilität für Außenseiterpositionen prägten sein Werk nachhaltig. Dass sein Name später zum Begriff des Masochismus wurde, verdeckt oft die Breite seines literarischen Projekts: die Untersuchung von Herrschaftsverhältnissen in Liebe, Familie und Gesellschaft. Diese Novellen sind allen zu empfehlen, die deutschsprachige Literatur jenseits kanonischer Vereinfachungen entdecken möchten. Sie bieten nicht nur erzählerische Spannung, sondern auch ein analytisches Panorama einer Epoche, in der persönliche Leidenschaft und soziale Ordnung unauflöslich miteinander ringen.
Weitere Details
Erschienen: 01.12.2023
Umfang: 184 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 1 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788028345310
Umbreit-Nr.: 2780332
