Der Held von Berlin
Gesellschaftssatire um Köpenick, Uniformgläubigkeit und Behördenwillkür in der Wilhelminischen Zeit
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Zusatztext
"Der Held von Berlin" entfaltet ein vielschichtiges Bild der Hauptstadt als Bühne öffentlicher Bewährung, politischer Leidenschaften und privater Ambitionen. Schirokauer verbindet erzählerische Spannung mit einem ausgeprägten Sinn für gesellschaftliche Milieus: Straßen, Salons, Amtsstuben und Zeitungsöffentlichkeit werden zu Räumen, in denen sich der Begriff des Heldentums als fragwürdige, historisch bedingte Konstruktion erweist. Stilistisch steht der Roman zwischen historischer Erzählkunst, psychologischer Charakterzeichnung und feuilletonistischer Beobachtungsschärfe. Alfred Schirokauer, Jurist, Schriftsteller und später auch Drehbuchautor, besaß ein besonderes Gespür für dramatische Konflikte und öffentliche Rollenbilder. Seine Herkunft aus dem gebildeten deutsch-jüdischen Bürgertum, seine juristische Schulung und seine Nähe zu Presse und Theater dürften sein Interesse an Macht, Reputation und moralischer Verantwortung geschärft haben. Gerade diese Erfahrungen erklären die präzise Darstellung gesellschaftlicher Mechanismen, die den Roman trägt. Zu empfehlen ist dieses Buch allen Leserinnen und Lesern, die historische Unterhaltung nicht als bloße Kulisse, sondern als analytisches Instrument begreifen. "Der Held von Berlin" bietet Spannung, Zeitkolorit und kritische Reflexion zugleich und lädt dazu ein, über Ruhm, Bürgerlichkeit und die politische Imagination der Moderne nachzudenken.
Weitere Details
Erschienen: 01.12.2023
Umfang: 96 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 0.6 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788028345167
Umbreit-Nr.: 2780621
