Das Singen der Vögel
Barocke Tierallegorien als geistliche Satire und Schule des Gewissens
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Zusatztext
Das Singen der Vögel entfaltet aus einem scheinbar einfachen Naturphänomen eine gelehrte Moralrede: Der Gesang der Kreaturen wird zum Spiegel menschlicher Tugenden und Verfehlungen. In der barocken Tradition der Emblematik und Predigtliteratur verbindet der Text anschauliche Beobachtung mit allegorischer Auslegung, pointierter Antithese und scharfem Witz. Die Vögel erscheinen nicht bloß als Staffage, sondern als Stimmen einer geordneten Schöpfung, deren Klang zur religiösen Selbstprüfung auffordert. Abraham a Sancta Clara, 1644 in Kreenheinstetten geboren und 1709 in Wien gestorben, war Augustiner-Barfüßer, kaiserlicher Hofprediger und einer der wirkungsmächtigsten deutschsprachigen Kanzelredner des 17. Jahrhunderts. Seine Erfahrung mit städtischem Publikum, Seelsorge, Pest, Krieg und sozialer Unordnung schärfte seinen Blick für die moralische Zeichenhaftigkeit des Alltags. Aus dieser Verbindung von Gelehrsamkeit, Volkssprache und pastoraler Dringlichkeit erwächst auch dieses Buch. Empfohlen sei Das Singen der Vögel allen, die barocke Literatur nicht als museale Kuriosität, sondern als lebendige Kunst der Erkenntnis lesen möchten. Der Text bietet Philologen, Theologen und kulturgeschichtlich Interessierten ein konzentriertes Beispiel dafür, wie Naturbeschreibung, Satire und Erbauung ineinandergreifen. Wer sich auf Abraham a Sancta Claras sprachliche Energie einlässt, entdeckt eine überraschend aktuelle Schule der Aufmerksamkeit: Hören wird hier zur Übung des Gewissens.
Weitere Details
Erschienen: 01.12.2023
Umfang: 36 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 0.2 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788028344689
Umbreit-Nr.: 2777942
