Das Lied der triumphierenden Liebe + Klara Militsch
Phantastischer Realismus: Liebe, hypnotische Musik und geisterhafte Obsession im 19. Jahrhundert
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Zusatztext
In den späten Erzählungen "Das Lied der triumphierenden Liebe" und "Klara Militsch" entfaltet Iwan Sergejewitsch Turgenew eine Poetik der Liebe, die über psychologische Wahrscheinlichkeit hinaus ins Rätselhafte und Übernatürliche reicht. Die erste Novelle, in ein italienisch anmutendes Renaissance-Milieu versetzt, verbindet Kunst, Eifersucht und magnetische Verführung zu einer kunstvoll stilisierten Legende. "Klara Militsch" hingegen verankert das Unheimliche in der modernen russischen Gesellschaft und gestaltet die Begegnung mit einer toten Sängerin als Studie über Begehren, Erinnerung und metaphysische Sehnsucht. Turgenew, 1818 geboren und als Vermittler zwischen russischer und westeuropäischer Literatur berühmt, schrieb diese Texte in seiner späten Schaffensphase, als ihn Fragen nach Vergänglichkeit, unerfüllter Liebe und der Macht ästhetischer Erfahrung besonders beschäftigten. Seine eigene Biographie, geprägt von Exil, kosmopolitischer Bildung und der lebenslangen Bindung an Pauline Viardot, erklärt die Sensibilität, mit der er Musik, weibliche Ausstrahlung und unerreichbares Glück literarisch gestaltet. Diese Ausgabe empfiehlt sich Lesern, die Turgenew jenseits des gesellschaftskritischen Realismus entdecken möchten. Sie zeigt einen Autor, der das Psychologische mit dem Symbolischen verbindet und in knapper, eleganter Prosa Grenzerfahrungen der Seele beschreibt: Liebe als Triumph, Wunde und Nachhall über den Tod hinaus.
Weitere Details
Erschienen: 01.12.2023
Umfang: 72 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 0.4 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788028343880
Umbreit-Nr.: 2777684
