Anatole France: Erzählungen
Philosophische Erzählkunst zwischen Gesellschaftssatire, Belle Époque und humanistischer Skepsis
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Zusatztext
Anatole France: Erzählungen versammelt Prosastücke, in denen historische Miniatur, philosophische Parabel und satirische Gesellschaftsbeobachtung ineinandergreifen. Mit klassischer Eleganz, subtiler Ironie und einer bisweilen melancholischen Skepsis prüft France religiöse Gewissheiten, politische Eitelkeiten und die Zerbrechlichkeit menschlicher Vernunft. Die Texte stehen im Kontext des französischen Fin de Siècle, bewahren jedoch die Klarheit der Aufklärung und die pointierte Kunst des conte philosophique. Anatole France, 1844 als Jacques Anatole Thibault in Paris geboren, war Buchhändlersohn, Bibliothekar, Kritiker und Mitglied der Académie française. Seine umfassende Bildung, seine Nähe zu archivalischen und literarischen Überlieferungen sowie sein Engagement in den geistigen Kämpfen der Dritten Republik, besonders während der Dreyfus-Affäre, prägten seine erzählerische Haltung. Der Nobelpreisträger von 1921 schrieb aus der Spannung zwischen Gelehrsamkeit, Humanismus und Misstrauen gegenüber Dogmen. Diese Erzählungen empfehlen sich Lesern, die kurze Prosa nicht als bloße Unterhaltung, sondern als präzises Instrument der Erkenntnis schätzen. France bietet keine lauten Effekte, sondern eine kunstvoll gezügelte, geistreich funkelnde Literatur, die historische Distanz nutzt, um Gegenwart und Menschennatur umso schärfer sichtbar zu machen.
Weitere Details
Erschienen: 01.12.2023
Umfang: 196 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 1.1 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788028343453
Umbreit-Nr.: 2780637
