Einer bläst die Hirtenflöte
Feuilletonistische Skizzen zwischen Großstadtbeobachtung, Kulturkritik und melancholischer Moderne
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Zusatztext
Victor Auburtins Einer bläst die Hirtenflöte entfaltet sich als kunstvoll komponierte Prosa der feinen Wahrnehmung: weniger lineare Handlung als Sammlung von Beobachtungen, Stimmungen und geistigen Miniaturen. Der titelgebende Hirtenflöten-Ton ruft eine scheinbar einfache, pastorale Welt auf, die im Spannungsfeld der Moderne als Gegenbild zu Lärm, Hast und gesellschaftlicher Verstellung erscheint. Stilistisch verbindet Auburtin feuilletonistische Eleganz mit ironischer Präzision und melancholischer Musikalität. Victor Auburtin (1870-1928) gehörte zu jener Generation deutschsprachiger Journalisten und Schriftsteller, die um 1900 das Feuilleton zu einer literarischen Kunstform erhoben. Als Berliner Beobachter, Theaterkenner und Essayist war er mit den Nervositäten der Großstadt ebenso vertraut wie mit den Sehnsüchten nach Maß, Anmut und geistiger Freiheit. Gerade diese Erfahrung kultureller Übergänge dürfte den leisen, zugleich skeptischen Grundton des Buches geprägt haben. Empfohlen sei dieser Band Lesern, die in der Literatur nicht allein Ereignisse, sondern Bewusstseinsformen suchen. Auburtins Prosa belohnt langsames Lesen: In ihren scheinbar beiläufigen Sätzen verdichten sich Zeitdiagnose, ästhetische Reflexion und humane Skepsis. Einer bläst die Hirtenflöte ist ein stilles, kluges Buch für Liebhaber der literarischen Moderne und des klassischen Feuilletons.
Weitere Details
Erschienen: 01.12.2023
Umfang: 324 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 1.8 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788028343392
Umbreit-Nr.: 2848000
