Philosophie des Unbewußten
Metaphysik, Pessimismus und Teleologie zwischen Schopenhauer, Idealismus und moderner Bewusstseinstheorie
€30.50
(inklusive MwSt.)
Verfügbarkeit: Titel wird für Sie produziert. Vorgemerkt
Zusatztext
Eduard von Hartmanns Philosophie des Unbewußten entfaltet ein groß angelegtes System, in dem das Unbewusste als gemeinsamer Grund von Natur, Geist und Geschichte erscheint. Zwischen metaphysischer Spekulation, psychologischer Beobachtung und naturwissenschaftlicher Argumentation verbindet Hartmann Schopenhauers Willenslehre mit hegelscher Vernunftteleologie. Sein Stil ist systematisch, gelehrt und polemisch zugleich: Empirische Beispiele, Instinkt, Wahrnehmung, Kunst und Moral dienen dazu, eine umfassende Weltdeutung zu begründen. Im Kontext des späten neunzehnten Jahrhunderts reagiert das Werk auf Materialismus, Darwinismus und Idealismus. Hartmann (1842-1906) war durch Herkunft, Bildung und Lebensweg auf diese Synthese hingeführt. Nach einer militärischen Laufbahn, die infolge eines Leidens endete, wandte er sich intensiven Privatstudien in Philosophie, Naturwissenschaft und Ästhetik zu. Die Erfahrung körperlicher Begrenzung, die Auseinandersetzung mit pessimistischen Weltbildern sowie das Bedürfnis, die Fortschrittsgewissheit seiner Zeit kritisch zu prüfen, prägen seine Konzeption eines unbewussten, aber zielgerichteten Weltprozesses. Dieses Buch empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die die Entstehung moderner Tiefenpsychologie, Kulturkritik und metaphysischen Pessimismus verstehen möchten. Es verlangt Geduld, belohnt jedoch mit einer außergewöhnlichen intellektuellen Architektur. Wer klassische deutsche Philosophie nicht nur historisch, sondern als fortwirkende Frage nach Sinn, Leiden und Vernunft lesen will, findet hier ein Schlüsselwerk.
Weitere Details
Erschienen: 17.12.2022
Umfang: 652 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 3.5 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788027360635
Umbreit-Nr.: 7967663
