Die Verzauberten
Psychologischer Roman über Sehnsucht, Täuschung und stille Seelenkonflikte in der bürgerlichen frühen Moderne
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Zusatztext
In "Die Verzauberten" gestaltet Roland Betsch einen Roman über Menschen, die weniger durch äußere Gewalt als durch innere Bilder, Erwartungen und Sehnsüchte gebunden sind. Der Titel bezeichnet dabei nicht bloß märchenhafte Entrückung, sondern einen Zustand psychischer und sozialer Befangenheit. Betschs Stil verbindet erzählerische Klarheit mit symbolischer Verdichtung; realistische Milieubeobachtung tritt neben eine beinahe traumhafte Beleuchtung der Figuren. Literarisch steht das Buch im Umfeld jener deutschsprachigen Prosa, die zwischen später bürgerlicher Erzähltradition, psychologischem Roman und den Krisenerfahrungen der Moderne vermittelt. Roland Betsch erscheint hier als Autor mit wachem Sinn für die verborgenen Kräfte hinter alltäglichen Lebensformen. Seine Aufmerksamkeit gilt nicht dem spektakulären Ereignis, sondern den stillen Verwandlungen des Bewusstseins. Gerade diese Sensibilität lässt vermuten, dass ihn die Spannungen seiner Zeit zwischen Ordnung, Verführung, Fortschrittsglauben und innerer Entfremdung zu einer Erzählung angeregt haben, in der das "Verzaubertsein" zugleich Verlockung und Gefährdung bedeutet. Empfohlen sei dieses Buch Leserinnen und Lesern, die psychologisch nuancierte Prosa schätzen und literarische Mehrdeutigkeit nicht als Hindernis, sondern als Gewinn betrachten. "Die Verzauberten" lohnt die langsame Lektüre: Es ist ein Roman über Täuschung, Bindung und Erkenntnis, dessen stille Genauigkeit nachwirkt.
Weitere Details
Erschienen: 16.12.2022
Umfang: 160 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 0.9 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788027358533
Umbreit-Nr.: 7967484
