Annas Ehe
Psychologischer Frauenroman über bürgerliche Moral, gesellschaftliche Zwänge und weibliche Selbstbestimmung um 1900
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Zusatztext
Annas Ehe entfaltet das Porträt einer Frau, deren bürgerliche Verbindung weniger als privates Glück denn als Prüfstein gesellschaftlicher Normen erscheint. Ida Boy-Ed verbindet psychologische Beobachtung mit einem nuancierten Realismus, der häusliche Räume, Konventionen und unausgesprochene Machtverhältnisse sichtbar macht. Im Kontext der Frauen- und Eheromane um 1900 gelesen, untersucht das Buch die Spannung zwischen Pflicht, Gefühl, Selbstachtung und sozialer Erwartung. Ida Boy-Ed, 1852 in Lübeck geboren, gehörte zu den profilierten Erzählerinnen ihrer Zeit und schrieb aus genauer Kenntnis des gebildeten Bürgertums. Ihre eigenen Erfahrungen als Frau, Mutter, Journalistin und literarisch unabhängige Autorin schärften ihren Blick für die Begrenzungen weiblicher Lebensentwürfe. Dass sie zugleich im kulturellen Milieu ihrer Heimatstadt verwurzelt war und überregionale literarische Kontakte pflegte, verleiht ihrer Darstellung besondere Sicherheit. Empfohlen sei Annas Ehe Leserinnen und Lesern, die an der literarischen Geschichte von Ehe, Geschlecht und bürgerlicher Moral interessiert sind. Der Roman überzeugt nicht durch dramatische Effekte, sondern durch seine feine Analyse seelischer Abhängigkeiten und stiller Selbstbehauptung. Gerade darin liegt seine anhaltende Modernität.
Weitere Details
Erschienen: 16.12.2022
Umfang: 120 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 0.7 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788027356195
Umbreit-Nr.: 7967845
