Im Suff
Naturalistische Großstadtprosa über Alkoholismus, Kneipenleben und bürgerliche Krise in der Kaiserzeit
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Zusatztext
Im Suff entfaltet eine unerbittliche Studie des Rausches: Alkohol erscheint nicht als pittoreskes Laster, sondern als soziale, körperliche und sprachliche Entstellung. Alberti arbeitet mit scharfer Beobachtung, milieugetreuer Detailfülle und einem Ton, der zwischen satirischer Härte und diagnostischer Nüchternheit schwankt. Im Kontext des deutschen Naturalismus gelesen, verbindet das Buch psychologische Fallbeschreibung mit Gesellschaftskritik und macht den Suff zum Symptom einer nervösen, urban geprägten Moderne. Konrad Alberti, ein streitbarer Publizist und Erzähler des späten 19. Jahrhunderts, stand den literarischen Erneuerungsbewegungen seiner Zeit nahe. Seine Aufmerksamkeit galt den Bruchstellen bürgerlicher Moral, den Verwerfungen von Großstadt, Erwerbsdruck und männlicher Selbstzerstörung. Aus dieser Perspektive erklärt sich die Wahl des Stoffes: Der Rausch bot Alberti ein literarisches Labor, in dem Trieb, Milieu und soziale Konventionen sichtbar kollidieren. Empfohlen sei Im Suff allen Leserinnen und Lesern, die Literatur nicht bloß als Unterhaltung, sondern als Erkenntnisinstrument begreifen. Das Buch fasziniert durch seine Schonungslosigkeit, seine zeitgeschichtliche Prägnanz und seine fortdauernde Aktualität: Es zeigt, wie private Ausschweifung gesellschaftliche Ursachen hat und wie genau Literatur solche Ursachen sichtbar machen kann.
Weitere Details
Erschienen: 15.12.2022
Umfang: 40 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 0.3 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788027350209
Umbreit-Nr.: 7968194
