Oblomow
Ein psychologischer Roman des russischen Realismus über Trägheit, Adelsverfall und verpasste Lebensentwürfe
Gontscharow, Iwan Alexandrowitsch
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Zusatztext
Iwan Gontscharows "Oblomow" ist ein Schlüsselroman des russischen Realismus, der die Geschichte des Gutsbesitzers Ilja Iljitsch Oblomow erzählt, dessen Leben zwischen Trägheit, Tagtraum und moralischer Unentschlossenheit erstarrt. In präziser, zugleich ironisch-melancholischer Prosa entfaltet der Roman das berühmte Phänomen der "Oblomowerei": eine existenzielle Lähmung, die individuelle Schwäche und gesellschaftliche Stagnation verbindet. Der Kontrast zu dem tatkräftigen Stolz verleiht dem Werk seine philosophische Spannung. Gontscharow, 1812 in Simbirsk geboren, kannte sowohl die provinzielle Welt des russischen Landadels als auch die bürokratische Kultur des Petersburger Staatsdienstes. Diese Erfahrungen prägen seine Darstellung einer Klasse, die zwischen feudaler Gewohnheit und moderner Leistungsrationalität ihren historischen Ort verliert. Seine Reiseerfahrungen und seine Tätigkeit als Beamter schärften zudem den Blick für soziale Übergänge, kulturelle Selbsttäuschungen und die psychologischen Kosten gesellschaftlicher Reformen. "Oblomow" empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die große Literatur nicht nur als Handlung, sondern als Analyse menschlicher Möglichkeiten verstehen. Der Roman ist zugleich Charakterstudie, Gesellschaftsdiagnose und zeitloses Nachdenken über Willen, Liebe, Arbeit und verpasste Lebensentwürfe.
Weitere Details
Erschienen: 15.12.2022
Umfang: 380 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 2.1 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788027348138
Umbreit-Nr.: 7970420
