Vom Flaneur zum Vagabunden
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Zusatztext
Edgardo Scott eröffnet seinen Essay mit der provokanten These, dass wir zwar gehen, aber selten wirklich sehen, wahrnehmen oder uns dem Gehen hingeben. In assoziativen Streifzügen verbindet er Stimmen von Ignatius von Loyola über Jean-Jacques Rousseau und Jorge Luis Borges bis hin zu Virginia Woolf und Damon Albarn. So entfaltet sich die Bewegung des Gehens als mehr als bloße Fortbewegung: als ästhetische Erfahrung, philosophische Praxis und literarische Imagination. Gehen wird zum Mittel, die Welt neu zu entschlüsseln - und zugleich sich selbst. Man schlendert nicht mehr, und schon gar nicht pilgert man. Der Flaneur des 19. Jahrhunderts ist ein verblasster literarischer Mythos - ein schönes Wort, verloren im Durcheinander der Geschichte. Seine Bedeutung ist weniger verwischt als vielmehr durch einen nostalgischen, akademischen oder populärwissenschaftlichen Diskurs verfestigt worden, und dabei stets ein wenig frivol und ungenau geblieben. Aufgrund all dieser Vorbehalte bekam auch dieses Buch einen leichten archäologischen Anstoß und Beigeschmack. So wie uns eine unbekannte Landschaft mühelos zu neuen Reflexionen anregt, lädt Scott uns ein, durch eine klare und kluge Geschichte über die Arten des Gehens zu streifen.
Weitere Details
Erschienen: 25.09.2026
Umfang: 120 S.
Sprache: Deutsch
Einband: GEB
ISBN/EAN: 9783990297223
Umbreit-Nr.: 1814452
