Irgendwie so total spannend
Unser schöner neuer Sprachgebrauch, Essays
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Zusatztext
Der öffentliche Sprachgebrauch schwankt permanent zwischen vagen und starken Aussagen, zwischen 'irgendwie' und 'absolut', 'ein bisschen' und 'total'. Das locker Dahingesagte ist an das meinungsstarke Superlativische gekettet. 'Umgehungsdeutsch' und 'Ultradeutsch' haben sich längst in Podcasts und sozialen Medien, aber auch Gesprächsformaten in Funk und Fernsehen durchgesetzt. Das führt oft zu unfreiwilliger Komik, wie Wolfgang Kemp an vielen Beispielen zeigt. Mit den Widersprüchen im agilen Sprachwandel von unten korrespondiert allerdings das entschlossene Sprachdiktat von oben. Das 'woke' sensibilisierte und gegenderte Deutsch ist als neues Kanzleideutsch aus den Verwaltungen hervorgegangen und wird unnachgiebig durchgesetzt. 'Korrektdeutsch' findet zu Wortschöpfungen wie 'Sprachaktteilnehmende' für Sprecher. Diesen Prozess beleuchtet der Autor und sorgt für ein: 'irgendwie so total spannendes' Leseerlebnis.
Autorenportrait
Wolfgang Kemp, Jahrgang 1946, war Professor für Kunstgeschichte in Kassel, Marburg und Hamburg. Seit seiner Emeritierung lehrt er an der Leuphana Universität Lüneburg. Zahlreiche Gastprofessuren führten ihn u. a. an die Harvard University, ans Wissenschaftskolleg Berlin und ans Getty Research Center in Los Angeles. Neben zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen zur Kunstgeschichte, Architektur und Fotografie schreibt er regelmäßig für die »Frankfurter Allgemeine Zeitung«, die »Süddeutsche Zeitung«, die »Zeit« und den »Merkur«. Zuletzt sind von ihm erschienen »Foreign affairs. Die Abenteuer einiger Engländer in Deutschland 1900?1947« (2010) und »Der explizite Betrachter: zur Rezeption zeitgenössischer Kunst« (2015). Bei zu Klampen veröffentlichte er »Der Oligarch« (2016) und »Der Scheich« (2018).
Weitere Details
Erschienen: 25.04.2025
Umfang: 144 S.
Sprache: Deutsch
Einband: GEB
Format: 1.5 x 19 x 12 cm
ISBN/EAN: 9783987370342
Umbreit-Nr.: 5057808
