Solidarität als moralische Arbeitsteilung
ethica 30
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Zusatztext
Was ist Solidarität? Welchen Platz sollte der Begriff in unserem moralischen Vokabular haben? Gibt es eine moralische Pflicht zur Solidarität? Oder ist solidarisches Handeln supererogatorisch - also löblich und gut, ohne von Personen eingefordert werden zu können? Um diese Fragen zu beantworten, entwickelt dieses Buch ausgehend von den Theorien von Jürgen Habermas, Axel Honneth und Richard Rorty eine Solidaritätsauffassung, in der der Solidaritätsbegriff auf Hilfspflichten verweist, die Mitglieder partikularer Gruppen gegeneinander haben; das Ziel dieser Hilfspflichten besteht in der Beseitigung moralischen Missständen, die die praktischen Identitäten der Gruppenmitglieder betreffen. Dadurch grenzt sich Solidarität von anderen, verwandten Begriffen wie Mitleid, Barmherzigkeit oder Loyalität ab. Begründet wird Solidarität, indem sie als ein Prinzip moralischer Arbeitsteilung aufgefasst wird: Allgemeine Hilfspflichten werden unter bestimmten Akteuren aufgeteilt, um ungerechte Zustände möglichst effizient zu beseitigen. Solidarität verbindet in dieser Auffassung Aspekte von moralischem Universalismus und Partikularismus ebenso wie von Deontologie und Konsequentialismus.
Autorenportrait
Jörg Löschke geb. 1980, Studium der Philosophie, Politischen Wissenschaft und Neuen Deutschen Literaturwissenschaft an der Rheinischen Friedrichs-Wilhelms-Universität Bonn. Seit 2012 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Philosophie der Universität Bern. Forschungsschwerpunkte: Gerechtigkeits- und Solidaritätstheorien, spezielle Pflichten, moralische und akteur-relative Gründe, Familienethik. KantPreis des Philosophischen Instituts der Universität Bonn 2012 für die beste Dissertation des akademischen Jahres 2011/2012.
Weitere Details
Erschienen: 22.06.2015
Umfang: 221 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 1.5 x 23.5 x 15.5 cm
ISBN/EAN: 9783957430021
Umbreit-Nr.: 3856419
