Hochspannung von Lauffen nach Frankfurt 1891
Eine Sprunginnovation und ihre Folgen
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Zusatztext
Die erste Fernübertragung von hochgespanntem Strom über 175 Kilometer von Lauffen am Neckar nach Frankfurt am Main eröffnete die Möglichkeit für den Ausbau eines Netzes, das auch noch die letzten Winkel mit elektrischer Energie versorgen konnte. Aus der Finsternis zum Licht, eine neue Zeit, verführerisch inszeniert von der Internationalen Elektrotechnischen Ausstellung in Frankfurt am Main 1891. Die Fernübertragung war ein Mammutprojekt, das trotz unterschiedlicher Interessen von Unternehmen, trotz der Abstimmungen über die Planung zwischen den Ländern, trotz des Systemstreits zwischen Gleich- und Wechselstromanhängern im Frankfurter Stadtparlament, trotz Sicherheitsbedenken und Patentauseinandersetzungen um den hochgespannten Drehstrom in nur eineinhalb Jahren aus dem Boden gestampft wurde. Mit der Feinabstimmung von Wasserturbinen, Dynamos, Transformatoren, Elektromotoren, Isolatoren und Kupferkabeln an Telegrafenmasten war sie auf Anhieb gelungen. Sie löste einen Boom im Kraftwerkbau aus, der die Gesellschaft durcheinanderwirbelte, den Kapitalmarkt erschütterte, die Rolle der Banken als Finanziers ins Spiel brachte und nach nur neun Jahren in eine Wirtschaftskrise gigantischen Ausmaßes mündete. Das Netz für alle blieb noch lange eine Utopie. Die Auswirkungen dieser Sprunginnovation auf Wirtschaft und Gesellschaft, die Kräfte mit Eigendynamik, die der Drehstrom abseits seiner Hochspannung freisetzte, bieten Anschauungsmaterial für unsere 'neue Zeit'. Auch als EBook (PDF) verfügbar: https://humanities.verlagsshop.de/
Weitere Details
Erschienen: 02.04.2026
Umfang: 96 S., 8 farbige Illustr.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 0.8 x 21 x 14.8 cm
ISBN/EAN: 9783941743526
Umbreit-Nr.: 951672
