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Ökologie und Bioökonomie

Cover von Ökologie und Bioökonomie

Neue Konzepte zur umweltverträglichen Nutzung natürlicher Ressourcen, Rundgespräche Forum Ökologie 48

Bayerische Akademie der Wissenschaften - Forum Ökologie/Claudia Deigel

Verlag Dr. Friedrich Pfeil

25.00

(inklusive MwSt.)

Verfügbarkeit: Besorgungstitel, Festbezug

Zusatztext

Ökologie und Bioökonomie. Einführung in das Rundgespräch Wolfgang Haber S. 1115 Bioökonomie hat viele Vorläufer und Parallelen. Als Haeckel 1866 den Begriff Ökologie einführte, definierte er sie nach Konzepten aus dem 17. und 18. Jahrhundert als 'Ökonomie der Natur'. Zu dieser Zeit war Ökonomie als Wissenschaft bereits etabliert, was die Ökologie erst 100 Jahre später erreichte. Mit dem Aufkommen des Umweltschutzes, ausgelöst durch die zunehmenden Belastungen der technisch-industriellen Entwicklung, bewirkte sie eine Umstellung in der Ökonomie. Daraus entstand in den 1980er-Jahren die Ökologische Ökonomie, aus der die Nachhaltige Entwicklung als Leitbild für das 21. Jahrhundert hervorging. Zusätzlich wurde Ende der 1960er-Jahre die Bioökonomie (BÖ) konzipiert, die trotz Überschneidungen mit ökologischer und grüner Ökonomie politisches Gewicht gewann. Die Europäische Union beschloss 2007 ein eigenes BÖ-Konzept für wirtschaftliche Innovationen und Bevorzugung biologischer Grundstoffe für die Industrie, vor allem als Energiequellen. In Deutschland wurde 2009 ein Bioökonomierat eingesetzt, der detaillierte Ziele für eine BÖ-Strategie 2030 erarbeitete und 2015 in Berlin den ersten 'Global Bioeconomy Summit' veranstaltete. Die Umsetzung der BÖ wird aber durch die nötigen grundsätzlichen Umstellungen in der Wirtschafts- und Sozialpolitik erschwert. Außerdem ist das BÖ-Konzept auch im Umweltschutz nicht unumstritten und wird unterschiedlich diskutiert, insbesondere weil die Erzeugungsmöglichkeiten biologischer Rohstoffe auf der endlichen Landfläche der Erde beschränkt sind und die Nahrung Vorrang erfordert. Zu allen diesen Problemen, insbesondere zu Verständnis und Anwendung von BÖ mit Einbeziehung von Nutzungs- und Schutz-Anforderungen, leistet das Rundgespräch wichtige Beiträge. Integration von Ökologie und Bioökonomie am Beispiel von Agrarumweltmaßnahmen Philipp Mennig und Johannes Sauer S. 1730, 1 Farb und 5 Schwarzweißabbildungen Das Konzept der Bioökonomie gilt als wichtiger Baustein des Übergangs zu einer nachhaltigeren Wirtschaftsweise. Primär charakterisiert durch die Hinwendung zu natürlich nachwachsenden Rohstoffen und deren effizienter, innovativer Nutzung, orientiert es sich an Kreisläufen der Natur und knüpft den Ressourcenverbrauch an den Erhalt einer funktionsfähigen Umwelt. Während bereits zu beobachten ist, wie erdölbasierte Produkte durch biologische Alternativen ersetzt werden, stellt die durch die Gewinnung natürlicher Ressourcen insbesondere im landwirtschaftlichen Produktionsprozess entstehende Umweltbelastung nach wie vor ein Problem dar und konterkariert den Nachhaltigkeitsgedanken der Bioökonomie. Aus ökonomischer Sicht ist Marktversagen ursächlich für übermäßige Beeinträchtigungen der natürlichen Umwelt. Als zur Korrektur dienende Instrumente sind seit den frühen 1990er-Jahren u.a. Agrarumweltmaßnahmen fester Bestandteil der europäischen Agrarpolitik. Die Tatsache, dass agrarbedingte Umweltbelastungen nach wie vor besorgniserregende Ausmaße annehmen, lässt allerdings Zweifel an der Wirksamkeit der Maßnahmen aufkommen. Eine mangelhafte Umsetzung der den Maßnahmen zugrunde liegenden ökonomischen Theorie kann als mögliche Ursache für die mangelnde Effektivität vermutet werden. Im vorliegenden Beitrag wird dieser These nachgegangen. Tatsächlich offenbart ein genauer Blick auf Theorie und Maßnahmenimplementierung Nachbesserungsbedarf. Nachhaltige Forst- und Holzwirtschaft als Basis der Bioökonomie Gabriele Weber-Blaschke S. 3146, 7 Farbabbildungen, 2 Tabellen Ziel der Bioökonomie ist die Transformation der auf fossilen Ressourcen basierten zu einer biomassebasierten Wirtschaft. Dabei spielt die Forst- und Holzwirtschaft für den Klimaschutz wegen der Vermeidungs- und Senkenleistung hinsichtlich Treibhausgase eine herausragende Rolle. Neben der traditionellen energetischen und stofflichen Nutzung wird die Bioökonomie der Forst- und Holzwirtschaft mit der innovativen Entwicklung von Produkten aus Reststoffen, wie Textilien, Mikrofasern, Biokunststoffen, Kosmetika und chemischen Grundstoffen, assoziiert. Ziel ist es, die nachwachsende, aber nur begrenzt zur Verfügung stehende Ressource Holz effizient und nachhaltig zu nutzen, unter Zuhilfenahme z.B. der Konzepte Kreislaufwirtschaft und Kaskadennutzung. Lebenszyklusanalysen unter Einbeziehung ökologischer, ökonomischer und insbesondere auch gesellschaftlicher Aspekte in Verbindung mit Stoffstromanalysen sind notwendig, um einerseits nachhaltige Produktlinien per se identifizieren zu können, andererseits die Bedürfnisse der Gesellschaft hinsichtlich ihrer Konsum-, aber auch Arbeits- und Lebenswelten auf lokaler, regionaler und globaler Ebene unter Nachhaltigkeitsaspekten berücksichtigen zu können. Es ist hierbei unverzichtbar, auch die traditionellen Nutzungen der biologischen Ressource Holz in die bioökonomische Gesamtbewertung einzubeziehen. Dabei ist als Grundlage der holzbasierten Bioökonomie eine nachhaltige Forstwirtschaft, die das Ökosystem Wald in Gänze bewahrt, unverzichtbar. Steigerung von Produktivität und Nachhaltigkeit - Die Pflanzenzüchtung kann das ChrisCarolin Schön S. 4758, 6 Farbabbildungen Die moderne Pflanzenzüchtung erzeugt sehr erfolgreich und mit großer Kontinuität genetisch verbesserte Sorten. Diese Sorten sind hochproduktiv und ressourceneffizient. Die gleichzeitige Verbesserung von Produktivität, Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit ist möglich, solange Zuchtziele eindeutig definiert werden können. Aufgrund unterschiedlicher Erwartungen von Landwirten, Verbrauchern oder anderen gesellschaftlichen Gruppen an die genetische Ausstattung von Sorten ergeben sich jedoch teilweise Zielkonflikte. In diesem Beitrag werden beispielhaft die wichtigsten Zuchtziele der Pflanzenzüchtung sowie daraus entstehende Zielkonflikte, z.B. zwischen Produktivität, Wassernutzungs- und Nährstoffeffizienz, aber auch zwischen kurzfristigem Selektionserfolg und langfristigem Erhalt der genetischen Diversität, vorgestellt. Neue Methoden der Phänotypisierung und Genotypisierung, die einen hohen Durchsatz und eine Beschleunigung der Selektion ermöglichen, können dazu beitragen, derartige Zielkonflikte zu lösen. Darüber hinaus können markergestützte Selektion und Genomeditierung künftig dabei helfen, die in den Kulturarten verfügbare genetische Variation optimal zu nutzen und neue Variation zu schaffen. Bioökonomische Ansätze für ein nachhaltiges Management von wildlebenden Süßwasserfischen Robert Arlinghaus S. 5970, 3 Farb und 4 Schwarzweißabbildungen, 2 Tabellen Ökonomische Ansätze haben bisher selten Eingang in Bewirtschaftungsfragen der Binnenfischerei gefunden. Dabei sind sie von fundamentaler Bedeutung sowohl für die Einschätzung der gesellschaftlichen Bedeutung der Binnenfischerei als auch für die Ableitung von nachhaltigen Bewirtschaftungsmaßnahmen. Aus volkswirtschaftlicher Sicht wird die Binnenfischerei in Deutschland von der hobbymäßig ausgeübten Angelfischerei dominiert. In Deutschland werden durch die Nachfrage nach dem Angeln und durch die damit verbundenen Ausgabeströme (etwa für Angelgeräte, Reisen, Unterkunft etc.) 5,2 Mrd. Euro pro Jahr generiert, was 52000 Arbeitsplätze schafft. Diese Wertschöpfung ist größer als die, die durch die gesamte sonstige Fischwirtschaft inkl. Fischverarbeitung und -vermarktung in Deutschland geschaffen wird. Diese positiven Potenziale lassen sich durch bio-ökononomische Modelle zur optimalen Bewirtschaftung bestmöglich heben. Gleichzeitig versuchen vor allem Naturschutzakteure, wo möglich, den Zugang zum Angeln einzuschränken, was die Realisierung bio-ökonomischer Potenziale einschränkt. Vergleichende freilandökologische Analysen zeigen, dass die Artenvielfalt und der Naturschutzwert vieler Artengruppen bei anglerisch bewirtschafteten Gewässern ähnlich hoch oder sogar höher (Fische) ist als bei unbewirtschafteten Seen. Für die Zukunft gilt es, 1) anglerische Ziele explizit in da...

Weitere Details

Erschienen: 12.12.2019

Umfang: 144 S.

Sprache: Deutsch

Einband: KT

Format: 1 x 24 x 17.1 cm

ISBN/EAN: 9783899372465

Umbreit-Nr.: 8437051

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