Vor dem Gericht der Gerüchte
Essay, redaktionell betreut von Matthias Göritz und Urban Srimpf, 16er Reihe
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Zusatztext
Wie unbegründet sie auch sein mögen, Gerüchte hinterlassen immer einen Fleck, und diesen Fleck kann man kaum noch entfernen. Dahinter verbirgt sich ein zynisches Kalkül: Man weiß, dass ein Gerücht nicht wahr ist und es keine Beweise gibt, aber man weiß auch, dass es haften bleiben wird, egal wie falsch es ist. Es gibt einen Moment des Vergnügens an der leicht erhaltenen Macht, der man dadurch zuteil wird - man kann Gerüchte in einer Quasigewissheit schwingen, dass sie ihr Ziel immer treffen, ohne dass wir uns dabei die Hände schmutzig machen müssen.
Autorenportrait
Mladen Dolar, 1951 geboren, ist Philosoph, Psychoanalytiker, Kulturtheoretiker und Filmkritiker und zusammen mit Slavoj Zizek and Rastko Mocnik Gründer der "Gesellschaft für Theoretische Psychoanalyse". Er ist einem - bei aller philosophischen Finesse und sprachlichen Wachheit - kaum beizukommenden Thema auf der Spur: dem Gerücht. Indem er in die Gerüchteküchen der Weltliteratur einsteigt, enthüllt er uns einiges über die finstere Lust am Tratsch ...
Weitere Details
Erschienen: 15.06.2023
Umfang: 48 S.
Sprache: Deutsch
Einband: GEH
ISBN/EAN: 9783866384019
Umbreit-Nr.: 9848265
