Pandemie und Literatur
Angela Oster/Jan-Henrik Witthaus
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Zusatztext
Alle Welt spricht von Corona. Die Literatur schrieb immer schon über Pandemien. Boccaccios und Manzonis Pestbeschreibungen im 'Decameron' und in 'Die Verlobten' zählen zum kollektiven Gedächtnis Europas, und so hat man sie als Lockdown-Lektüre empfohlen. In einer Sammlung von Essays werden diese und andere Texte unter dem Eindruck der gegenwärtigen Covid-19-Krise neu gelesen. Dabei zeigt sich, dass diese Erzähltexte erstaunlich aktuell sind, erkennt man doch gegenwärtig dank Manzoni, Heine und Co. eine gespenstische Wiederkehr lang bekannter Reaktionsmuster. Es zeigt sich jedoch ebenso, dass Texte wie Camus 'Die Pest' zu einer tieferen philosophischen Betrachtung einladen, die den aktuellen europäischen Krisendiskurs unterläuft. Als unverzichtbarer Zeitraffer von Krisen zeigt uns Erzählliteratur, was wirklich überlebensnotwendig ist: die Kreativität. Und die aktuellen Corona-Debatten in Italien oder Frankreich - hierzu weitere Essays - zeugen von Reflexionen sozialer oder weltanschaulicher Art, die einen Horizont jenseits der bloßen Hypnose durch Nachrichten und Inzidenzen andeuten.
Autorenportrait
Angela Oster, Akademische Oberrätin an der LMU München, Romanistin und Komparatistin. Promotion zur modernen Literatur (Pasolini und Barthes) und Habilitation zum Wahnsinn in der Renaissance.
Weitere Details
Erschienen: 09.08.2021
Umfang: 160 S.
Sprache: Deutsch
Format: 1 x 21 x 13.6 cm
ISBN/EAN: 9783854769866
Umbreit-Nr.: 2408558
