Kara Ben Nemsi gegen Zarathustra
Leben und Visionen der Schriftsteller Karl May und Friedrich Nietzsche
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Zusatztext
Vielen ist Karl May als Abenteuerschriftsteller bekannt. Doch zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde er zu einem Philosophen, den mit seinem Landsmann und Zeigenossen Friedrich Nietzche ein Ziel verband: Der Menschheit finale Entwicklungsziele für die Zukunft aufzuzeigen. Denn viele gegenwärtige Sozialkonflikte haben ihren Ausgang im 19. Jahrhundert genommen: Armut infolge technischer Rationalisierung, Migration, Ausländerfeindlichkeit, Ausgrenzung, Vereinzelung, mediale Manipulationen, Süchte, kulturelle Erosion, globales Macht- und Einflussstreben, Kriege ohne Befriedung, aber auch die Wiederkehr der Religionen gehören dazu. Da es heute keine Ordnungsmächte mehr gibt, zwingen diese Konflikte zu einem grundsätzlichen Umdenken. Karl May und Friedrich Nietzsche haben in ihren Werken genau dies getan, indem sie hierzu Visionen entwickelten. Diesem Prozess nachzuspüren, ist Anliegen der dreiteiligen Studie "Kara Ben Nemsi gegen Zarathustra". In Teil I betrachtet sie zunächst Leben und Kontext der beiden sächsischen Schriftsteller, deren Denken biografisch den Zeitgeist widerspiegelt und sie auf völlig konträren Lebenslinien zum "Volksschriftsteller" bzw. Top-Philosophen avancieren lässt. Auffällig sind starke Übereinstimmungen in der familialen und schulischen Sozialisation sowie bei ihren Berufszielen, für die ihnen ein didaktischer Impuls vorschwebt. Daneben stehen Brüche und existenzielle Probleme in den Lebensläufen, für die jeder eigene Lösungen finden musste. Teil II analysiert ihre Schreibkünste und vergleicht sie miteinander. Denn sie waren ja das Instrument für die starke Akzeptanz und Verbreitung ihrer Schriften im In- und Ausland. Weiterhin werden in ihm die finalen Menschheitsziele als ethische Orientierungen herausgearbeitet, die in Mays Vision "Edelmensch", in derjenigen von Nietzsche "Übermensch" genannt wurde. In einem kritischen Vergleich werden auch mögliche Interdependenzen untersucht. Teil III schließlich versucht, den Gebrauchswert von Mays und Nietzsches Visionen als individuelle Entscheidungshilfen in verschiedenen humanen Grenzsituationen zu überprüfen und zieht dann aus ihnen Konsequenzen für Politik und Gesellschaft. Anhand von zehn Handlungsfeldern wird aufgezeigt, wie in ihnen das Denken in den Kategorien von "Edel-" bzw. "Übermensch" heute als Entscheidungskompass dienen kann.
Autorenportrait
Lothar Greunke wurde am 24.10.1954 in Dinalaken/Niederrhein als zweites von drei Kindern geboren. Er absolvierte 1973 das Abitur und wurde anschließend Bundeswehroffizier für 12 Jahre. Seit seiner Jugendzeit ist er von Karl May und Friedrich Nietzsche fasziniert. Im Abstand der Jahre hat er nun ein lang gehegtes Projekt abgeschlossen: Eine vergleichende Betrachtung der beiden Autoren.
Weitere Details
Erschienen: 01.04.2014
Umfang: 540 S., 3 farbige Illustr.
Sprache: Deutsch
Einband: GEB
Format: 3.6 x 19.7 x 13 cm
ISBN/EAN: 9783849577131
Umbreit-Nr.: 6410770
