Dis/Ability
Anelia Kassabova (Prof. Dr.)/Claudia Opitz-Belakhal (Prof. Dr.)
Im vorliegenden Heft stehen Themen und Ansätze der 'disability history' aus geschlechtergeschichtlicher Sicht im Fokus. Dabei geht es auch um eine intersektionelle Perspektive. Die Beiträge reichen zeitlich vom Ende des Mittelalters bis zum Ende des Staatssozialismus in Osteuropa - und fokussieren unterschiedliche nationale, kulturelle und soziale Entwicklungen in Mittel-, West- und Osteuropa, sowohl aus der Perspektive der Betroffenen selbst als auch v.a. aus der Perspektive der intervenierenden, diskriminierenden oder ggf. auch unterstützenden Institutionen (Familien, Hospitäler, staatliche Fürsorgeinstitutionen u.ä.). Konkret geht es in den Hauptbeiträgen u.a. um die Fürsorge für und die Sorge um behinderte und chronisch kranke Söhne in frühneuzeitlichen Kaufmannsfamilien, um die Diskriminierung und Dämonisierung von melancholischen alten Frauen als Hexen, um die Frage, ob ältere Menschen (nochmals) heiraten sollten und darum, wie die Gesundheit von Föten bereits im Mutterleib kontrolliert und sichergestellt werden könnte.
€28.00
(inklusive MwSt.)
Verfügbarkeit: Besorgungstitel, Festbezug
Zusatztext
Im Fokus des Heftes stehen Themen und Ansätze der Disability History aus frauen-/geschlechtergeschichtlicher Sicht. Die Beiträge reichen vom Spätmittelalter bis in die Gegenwart und betrachten unterschiedliche nationale, kulturelle und soziale Entwicklungen in Mittel-, West- und Osteuropa. Körperliche und andere Behinderungen, etwa durch hohes Alter, werden dabei sowohl aus der Perspektive diverser Institutionen (Familien, Hospitäler, staatliche Fürsorgeinstitutionen, Gerichte etc.) als auch aus der Sicht der Betroffenen selbst untersucht - etwa in der Auseinandersetzung mit der Krüppelbewegung zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Österreich oder in der Analyse der Nutzung frühneuzeitlicher karitativer Einrichtungen durch Familien, die durch Behinderung und Armut eingeschränkt waren. Hexenverfolgung der Frühen Neuzeit / Gender, Care and State Prescriptions in Socialist Bulgaria / The (Re)Birth of Human Genetics in Post-War Hungary / Geschlecht und Behinderung in der EÖKA / Interview mit Dagmar Herzog: Eugenische Phantasmen / Körperliche Behinderung in Quellen der Généralité de Tours / Lucrezia Marinellas Essortationi alle Donne / Zur (Nicht-)Modernisierung rechtsextremer Familienbilder / Das Historikerinnentreffen in Wien 1984 als feministisches Jubiläum In this issue, we discuss how physical or psychological limitations or deformations were socially and/or institutionally transformed into deviance - and conversely, when and how deviance lead to medical and/or institutional interventions, following recent debates in disability theory and -history in a gender-historical as well as intersectional perspective. We ask, how people in former times (late medival until late state socialism eras) have been made unable to participate in a normal, healthy life, be it through state intervention, social norm setting, institutional regulations or even material disabilities (e.g. lack of financial support, lack of medical support, lack of integration, etc.) - and how people struggled to overcome these discriminations and challenges.
Weitere Details
Erschienen: 20.04.2026
Umfang: 170 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
ISBN/EAN: 9783847119616
Umbreit-Nr.: 7795196
