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Wahrnehmungen des Nationalsozialismus

Cover von Wahrnehmungen des Nationalsozialismus

NS-Jugendtagebücher - KZ-Ärzte - Entnazifizierungsdiskurse unter Ehemaligen

Bertrand Perz

Vandenhoeck & Ruprecht

Tagebücher spielen als Quelle von individueller Diktaturerfahrung eine wichtige Rolle, auch in Bezug auf die nationalsozialistische Volksgemeinschaft.

25.00

(inklusive MwSt.)

Verfügbarkeit: Besorgungstitel, Festbezug

Zusatztext

Tagebücher spielen als Quelle von individueller Diktaturerfahrung eine wichtige Rolle, auch in Bezug auf die nationalsozialistische Volksgemeinschaft. Die Analyse von Tagebüchern von Jugendlichen der Kinderlandverschickung als auch von Angehörigen von NS-Jugendorganisationen zeigt, dass zwischen ideologischen Vorgaben der richtigen Darstellung des Nationalsozialismus und realer Textproduktion erhebliche Diskrepanzen bestanden. Die Darstellung des KZ-Arztes Peter Hofer in Eugen Kogons SS-Staat offenbart eine weitere Sicht auf die NS-Zeit und zeigt die Notwendigkeit quellenkritischer Lektüre auch von Berichten ehemaliger KZ-Häftlinge. Die bisherige Dekonstruktion dieser das Bild der Konzentrationslager prägenden Publikation wird hier fortgesetzt, zugleich werden Forschungsdesiderata der KZ-Geschichte deutlich. Die sich im ersten Nachkriegsjahrzehnt verändernden Sichtweisen ehemaliger Nationalsozialisten auf die Entnazifizierungsbemühungen in Österreich zwischen Entlastungsstrategien, Selbstviktimisierung und Forderungshaltung eröffnen einen Blick auf das Fortleben nationalsozialistischer Wertevorstellungen in der Zweiten Republik durch die fatale Integration in das österreichische Opferkollektiv. Diaries are an important source of the individuals experience of dictatorship, also with reference to the Nazi Volksgemeinschaft (peoples community). The analysis of both diaries of young adults evacuated to the countryside during the war (Kinderlandverschickung) and members of Nazi youth organizations shows considerable discrepancies between the ideological principles of the correct presentation of Nazism and real text production. The portrayal of Peter Hofer, concentration camp doctor in Eugen Kogons SS-Staat (The Theory and Practice of Hell), not only reveals a further perspective of the Nazi era but also the necessity of a source-critical reading, even of reports of former concentration camp prisoners. The previous deconstruction of this publication, which shaped the image of the concentration camps, is continued here, while research desiderata of the concentration camp history become clear. The changing views of former Nazis on the denazification efforts in Austria in the 1950s, between relief strategies, self-victimisation and demands, give insights in Nazi value systems in the Second Republic through the fatal integration into the Austrian victim collective.

Autorenportrait

Dr.phil. Bertrand Perz, geb. 1958 in Linz, Historiker. Universitätsprofessor am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Zeitgeschichte, Vorstandsmitglied des Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien sowie des Vereins Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands. Mitglied in den wissenschaftlichen Beiräten der KZ-Gedenkstätten Mauthausen (Vorsitzender), Bergen-Belsen sowie Buchenwald und Mittelbau-Dora. Stv. Mitglied im Kunstrückgabebeirat des Bundeskanzleramtes. Forschungsschwerpunkte: Nationalsozialismus, Lager, Ghettos, Zwangsarbeit und Kriegswirtschaft, Holocaust, Erinnerungskultur.

Weitere Details

Erschienen: 05.10.2020

Umfang: 132 S.

Sprache: Deutsch

Einband: KT

ISBN/EAN: 9783847111368

Umbreit-Nr.: 9547397

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