Das verlorene Kind
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Zusatztext
Rahel Sanzaras dunkles Meisterwerk über einen Lustmord zum 100. Jubiläum neu ediert. Die fest gefügte Welt eines norddeutschen Gutshofes zerbricht, als die vierjährige Pächterstochter Anna B. Opfer eines grausamen Mordes wird. Sanzara erzählt mit großer Ruhe in sprachlicher Schönheit von den verheerenden Folgen, die diese Tat für die Eltern, die Hofgemeinschaft und den Täter selbst hat, vom Umgang mit Schuld, Trauer und Verantwortung Vor hundert Jahren wurde der Roman über Nacht zu einem der größten Bucherfolge der Weimarer Republik. Bis zu seinem Verbot durch die Nationalsozialisten hat 'Das verlorene Kind' eine intensive Rezeption erfahren, die von Bewunderung bis zur Ungläubigkeit darüber reichte, dass eine Frau ein so episches und dunkles Werk verfassen konnte. Die Auseinandersetzung gipfelte in einem Literaturstreit um die Urheberschaftsfrage, in dem Sanzara von Schriftstellern wie Gottfried Benn und Kasimir Edschmid verteidigt wurde. Das Nachwort der kommentierten Ausgabe rekonstruiert den internationalen Erfolg des Romans sowie die Bezüge zur historischen Vorlage im Neuen Pitaval, einer Sammlung historischer Kriminalgeschichten. Erstmals wird auch die zum Teil erheblich gekürzte Fassung in der Vossischen Zeitung berücksichtigt. Der Band enthält ferner eine Auswahl zeitgenössischer Besprechungen, u. a. von Vicki Baum, Erik-Ernst Schwabach, Bernhard von Brentano, Monty Jacobs, Gabriele Reuter, Máximo José Kahn, Osip Mandelstam, Ernst Weiß, Lavinia Mazzucchetti, Carl Zuckmayer und Vita Sackville-West.
Weitere Details
Erschienen: 16.09.2026
Umfang: 416 S.
Sprache: Deutsch
Einband: GEB
ISBN/EAN: 9783835361102
Umbreit-Nr.: 9003905
