Prostitution im Bild
Zur visuellen Konstruktion von Bordelldarstellungen in der Frühen Neuzeit, Kunst und Konfession in der Frühen Neuzeit 9
Die bildimmanente Diskussion historisch relevanter Kontexte leistet einen wichtigen Beitrag zur Erforschung frühneuzeitlicher Prostitution und Geschlechterkonstruktionen.
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Zusatztext
Um 1500 hält das Thema der Prostitution Einzug in die Bildkunst. Darstellungen von Prostituierten und Freiern bei der Anbahnung sexueller Akte etablieren sich in der Folge als beliebte Sujets der frühneuzeitlichen Genremalerei. Ausgehend von dieser Konjunktur vollzieht das Buch die visuelle Entwicklung des Motivkomplexes erstmals umfassend nach und analysiert die vielschichtigen Transformationsprozesse von der sakralen Kunst des Mittelalters bis zur profanen Malerei des 16. Jahrhunderts. Exemplarische Fallstudien verdeutlichen, dass sich Kunstschaffende nicht, wie in der Forschung häufig angenommen, primär an den realen Bedingungen in Bordellen orientierten. Stattdessen handelt es sich bei den Werken um höchst artifizielle Bildschöpfungen. Das gilt insbesondere für die Inszenierung der Handlungsorte sowie die spezifischen Akteurskonstellationen, in denen sich die Genese stereotyper Geschlechterrollen manifestiert. Der Fokus des Buches auf die visuellen Konstruktionsmechanismen legt die hohe Wirksamkeit der Bilder offen, deren Einfluss bis in die Gegenwart reicht.
Autorenportrait
Frank Schmidt ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kunst- und Musikwissenschaft der TU Dresden. Mit dieser Arbeit legt er seine Dissertation vor.
Weitere Details
Erschienen: 14.03.2025
Umfang: 376 S., 16 s/w Illustr., 160 farbige Illustr.
Sprache: Deutsch
Einband: GEB
Format: 3.4 x 24.7 x 17.9 cm
ISBN/EAN: 9783795439347
Umbreit-Nr.: 3888095
