Zum Hauptinhalt springen
Umbreit Logo

Lyrisches Gespür

Cover von Lyrisches Gespür

Vom geheimen Sensorium moderner Poesie

Meyer-Sickendiek, Burkhard

Brill Fink, Wilhelm

105.00

(inklusive MwSt.)

Verfügbarkeit: Besorgungstitel, Festbezug

Zusatztext

Das Wort 'Gespür' bezeichnet die Fähigkeit, einen verborgenen, nicht deutlich sichtbaren Sachverhalt gefühlsmäßig zu erfassen. Ungeklärt ist jedoch bis heute, warum gerade Gedichte - etwa Goethes Ein Gleiches - das Spüren immer wieder artikuliert haben. Gedichte erspüren das Innenleben der Tiere, die Dämmerung, die abwesende Geliebte, den Bewusstseinsrausch, die Verlogenheit der Leute oder die drückende Last schuldbesetzter Geschichte. Lyrisches Gespür erfasst die Elemente wie die Existenz, soziale Stimmungen wie feinste Atmosphären, die Präsenz des Vergangenen wie die Signale des Kommenden. Diese Affinität zwischen Spüren und Sprechen ist bisher wohl in der Philosophie, nicht aber in den Literaturwissenschaften bemerkt worden. Das vorliegende Buch holt dies nach, indem es die vergessene Kategorie der 'Stimmungslyrik' zur Analyse des Gespürs aktualisiert. Es zeigt dabei auch, dass sich 'Stimmungslyrik' nicht wie seit Hegel üblich auf die 'Innerlichkeit' der Romantik reduzieren lässt. Das stimmungsvolle Erspüren atmosphärischer Latenz kennzeichnet vielmehr schon Brockes Irdisches Vergnügen in Gott, aber auch die biedermeierlich-realistische Naturdichtung, die impressionistische Stimmungslyrik der Moderne, die großstädtische Lyrik des Expressionismus, die hermetische Lyrik der Nachkriegszeit oder die Poplyrik der 1970er Jahre.

Weitere Details

Erschienen: 26.10.2011

Umfang: 571 S., 3 s/w Illustr., 3 Illustr.

Sprache: Deutsch

Einband: KT

Format: 4 x 23.3 x 15.8 cm

ISBN/EAN: 9783770551460

Umbreit-Nr.: 1391116

Der Umbreit-Newsletter

Jetzt anmelden und immer über Angebote, Neuigkeiten und Aktionen informiert bleiben.