Schädel
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Zusatztext
Klaus Bärenfänger liest Gesichter. Er sieht in Stirnen, Nasen, Kiefern und Schädeln, was andere Menschen angeblich sind: ihre Begabungen, ihre Schwächen, ihren Platz in der Welt. Aufbauend auf Lehren der Physiognomik, einer längst diskreditierten Irrlehre, hat er ein Geschäftsmodell gemacht. In Deutschland berät er Firmen, schreibt Bücher, hält Seminare, lässt Vorstände und Abteilungen nach Gesichtsformen sortieren. Nun will er den amerikanischen Markt erobern. 2009 zieht Bärenfänger mit seinen Kindern Chloé und Louis nach Kalifornien. Während der Vater am Pazifik seinen eigenwilligen American Dream verfolgt, geraten die Geschwister in den Bannkreis einer Ideologie, die nicht nur Unternehmen vermessen will, sondern auch das eigene Zuhause. Der 15-jährige Louis, schüchtern, zart und schwul, sucht nach einer Sprache für sich selbst. Chloé, zwei Jahre älter, ist härter, wachsamer und beginnt, gegen den Vater aufzubegehren. Doch je mehr dessen Weltbild bröckelt, desto gefährlicher wird sein Bedürfnis, recht zu behalten. Schädel ist eine doppelte Coming-of-Age-Geschichte zwischen Malibu, New York und Bielefeld, ein Hochstaplerroman über die Macht der Zuschreibung und das Porträt einer Zeit, die gerade erst zu kippen beginnt: das Amerika Obamas, Occupy, Social Media und die Neue Rechte.
Weitere Details
Erschienen: 05.10.2026
Umfang: 320 S.
Sprache: Deutsch
Einband: GEB
ISBN/EAN: 9783755000716
Umbreit-Nr.: 1735990
