Kulturbericht über sechs Jahrzehnte - Band I
Vor der großen Flut - Erlebtes aus den Jahren 1890 bis 1914
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Zusatztext
Das Buch schildert die kulturellen Bewegungen der Zeit zwischen 1890 und dem Beginn des 1. Weltkrieges im Rahmen einer Autobiographie. Nach eigener Aussage ist nicht der Verfasser Hauptperson, sondern die Kultur selbst. Diese konnte er im Berliner Universitätsleben ebenso wie während seiner Arbeit am Nietzsche-Archiv in Weimar studieren, wohin er seinem Bruder Ernst gefolgt war. Als die Meinungsverschiedenheiten mit Nietzsches Schwester zu stark geworden waren, gingen die Brüder Horneffer nach München. August Horneffer übte in dieser Zeit eine reiche Vortagstätigkeit aus. Außerdem schloss er sich dem Freimaurerbund an. Er publizierte mehrere Schriften, auch solche über die Freimaurerei. Das zweibändige Werk Der Priester, seine Vergangenheit und seine Zukunft, erschien. Es entstanden heute noch gefragte Übersetzungen antiker Schriftsteller. In München wiederholten sich in gewissem Sinne Vorgänge aus Weimar. Sie stellten sich mehreren Aufgaben. Erstens wollten sie Friedrich Nietzsche für sich selbst erobern: das sei ihnen einigermaßen gelungen. Zweitens wollten sie die deutsche Welt zu Friedrich Nietzsche als zu dem Propheten und Bereiter des künftig einzuschlagenden geistigen Weges hinführen. Das sei nur in eng begrenztem Maße gelungen. Drittens hätten sie die Sendung Nietzsches weiterführen und eine Verwirklichung des von ihm Geschauten und Geforderten versuchen wollen. Dazu haben wir damals in Weimar überhaupt keinen Schritt getan. Jetzt jedoch standen wir in der Tat vor dieser dritten Aufgabe! Von Nietzsche aus das deutsche religiöse Leben zu erneuern - nichts Geringeres legten die Münchener Jahre uns auf!" Wie diese Aufgabe angegangen wurde, macht die Schilderung der letzten Vorkriegszeit aus. Sein Lebenszweck könne, so August Horneffer, unter dem Stichwort Humanitas beschrieben werden. Dieses Wort gebe der inneren Gewissheit Ausdruck, dass nicht Willkür den Verlauf der Dinge bestimmt, sondern dass alles so, wie es gekommen ist, hat kommen müssen.
Autorenportrait
August Horneffer (1875-1955) studierte in Berlin Philologie und Philosophie. Nach der Promotion 1998 folgte er seinem Bruder Ernst Horneffer an das Nietzsche-Archiv. Seine schriftstellerische Arbeit begann 1909 in München mit dem zweibändigen Werk "Der Priester". 1911 wurde August Horneffer Freimaurer. In der Folge verfasste er mehrere freimaurerische Schriften, so die Bücher "Die Freimaurerei" und "Symbolik der Mysterienbünde". Beide erlebten mehrere Auflagen. Nach dem Kriege entstand u.a. seine Autobiographie "Aus meinem Freimaurerleben". Nach der Verbotszeit arbeitete August Horneffer für den Wiederaufbau der Freimaurerei in Berlin, wo er zum Großmeister seiner Großloge Royal York zur Freundschaft gewählt wurde.
Weitere Details
Erschienen: 13.09.2020
Umfang: 332 S.
Sprache: Deutsch
Einband: GEB
Format: 2.4 x 21 x 14.8 cm
Lesealter: Lesealter: 1-99 J.
ISBN/EAN: 9783752997484
Umbreit-Nr.: 9847480
