Hintergründe zur Zerstörung heidnischer Tempel durch Cynegius Maternus ab dem Jahr 384
Akademische Schriftenreihe V376406
€17.95
(inklusive MwSt.)
Verfügbarkeit: Vergriffen, Bestellung abgelegt
Zusatztext
Studienarbeit aus dem Jahr 2016 im Fachbereich Geschichte - Weltgeschichte - Altertum, Note: 1,3, Eberhard-Karls-Universität Tübingen, Sprache: Deutsch, Abstract: Diese Arbeit will der Zerstörung heidnischer Tempel um 380 n. Chr. durch Cynegius Maternus nachspüren und dabei zentrale Fragen klären. Welche Motivation lag der Mission des Cynegius Maternus zugrunde? Welche Rolle spielte Theodosius I. selbst dabei? Legitimierte er die Tempelzerstörungen? Welche Rolle spielten die gewalttätigen Mönche, deren Teilhabe an den Zerstörungen unumstritten ist, und welche Motivationen steckten hinter ihren extremen Taten beziehungsweise woraus entsprangen sie? Seit den Anfängen des Aufkommens und der stetigen Ausbreitung des christlichen Glaubens in der Spätantike sahen sich römische Kaiser mit Uneinigkeitskonflikten und Schismen um - generell gesprochen - das Wesen Christi innerhalb ihres Reiches konfrontiert. Zahlreiche Quellen informieren uns über die sich feindlich gegenüberstehenden Gründer und Anhänger von christologischen Lehren wie den Donatisten, den Arianern, den Nestorianern und Mono- und Dyophysiten, und über kaiserliche Konzile und Edikte, die eine Klärung der Streitigkeiten um die "wahre" Orthodoxie zum Ziel hatten. Auch Kaiser Theodosius I. sah sich in seiner Regierungszeit mit inner-christlichen Konflikten konfrontiert, die er jedoch zu kontrollieren wusste. Eine größere Herausforderung für Theodosius aber waren die in seiner Regierungszeit schwelenden Auseinandersetzungen zwischen Vertretern des Christentums und denen der alten römischen Religion, die sich vor allem in den 380ern in Zerstörung von antiken Tempelanlagen im Osten des Reiches deutlich machten. Darüber informieren uns christliche wie heidnische Quellen gleichermaßen. Gemeinsam ist ihnen, dass sie - direkt oder indirekt - den praefectus praetorio Orientis Cynegius Maternus, das heißt den kaiserlichen Prätorianerpräfekten des Ostens, als "Schirmherr" der aggressiven Handlungen von Kirchenmännern gegen die paganen Tempel nennen. Eine entscheidende Diskrepanz weisen sie dabei dennoch auf. Während Cynegius bei Zosimos und bei den Kirchenhistorikern von dem zum "überchristichen" Kaiser stilisierten Theodosius mit dem expliziten Auftrag entsandt wird, jene Tempel zu zerstören beziehungsweise zerstören zu lassen, wird er bei Libanios als eigenständiger Initiator genannt, der ohne kaiserliche Legitimierung gegen die Kultstätten der Heiden vorgeht. Als diejenigen, die die Aktionen per se ausführen, werden bei Libanios die radikal-christlichen Mönche seiner Region, Antiochien, genannt.
Weitere Details
Erschienen: 27.09.2017
Umfang: 32 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 0.2 x 21 x 14.8 cm
ISBN/EAN: 9783668535312
Umbreit-Nr.: 2927235
