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Rezeption des Alten Orients

Cover von Rezeption des Alten Orients

Lexikon zur Rezeption im 16.-21. Jahrhundert, Der Neue Pauly Supplemente 18

Robert Rollinger/Kai Ruffing

Springer Verlag GmbH

199.99

(inklusive MwSt.)

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Zusatztext

Seit dem fünften vorchristlichen Jahrhundert entwickelt sich in den griechischen Welten ein dichotomisches Weltbild, das einen Gegensatz zwischen den hellenischen Poleis und dem vom persischen König beherrschten Großraum Asien konstruiert. Dieser Gegensatz zwischen einem griechischen Wir und einem persischen Anderen umfasst nahezu alle lebensweltliche Äußerungen, etwa den Naturraum und seinen Einfluss auf den Menschen, die politische Verfasstheit, das Geschlechterverhältnis, Wirtschaftsweisen, ökonomische Ressourcen und deren Nutzung, die Einstellung zum Krieg, Religion und anderes mehr. Dieser polare Gegensatz bleibt bis in die Moderne wirkungsmächtig und gewinnt noch an Fahrt durch die eurozentrische Bestimmung der Welt im Zeitalter des Imperialismus sowie durch die Entstehung moderner Nationalstaaten. Auf diese Weise wurde die griechisch-römische Antike zum Argument der Konstruktion einer eigenen Identität, deren koloniales Umfeld mit der Welt des Orients im engeren Sinne sowie jener der unzivilisierten Barbaren im weiteren Sinne in Übereinstimmung gebracht wurde. Dieser Band versteht sich als ein erster Versuch, diese Entwicklungen der letzten 2500 Jahre enzyklopädisch zu erfassen und deren facettenreiche Wirkungsgeschichte näher zu beleuchten. In diesem Zusammenhang ist es allerdings notwendig, auch den eurozentrischen Blick der Rezeptionsgeschichte aufzubrechen. Dies bedeutet, dass die oft auch in Doppelprojektionen und Rückkoppelungen mit den Rezeptionsprozessen im Westen entstandenen Rezeptionen des Orients im Alten Orient erstmals ebenso in den Blick zu nehmen sind. Der Alte Orient ist hier definiert als historische Epoche, die sich über den Raum des alten Vorderasien unter Ausschluss Ägyptens erstreckt und von der Entstehung der ersten Stadtstaaten am Ende des 4. Jahrtausends v.Chr. bis zum Untergang des Achaimenidischen Großreiches unter Dareios III. am Ende des 4. Jahrhunderts v.Chr. reicht.  

Autorenportrait

Robert Rollinger ist Universitätsprofessor am Institut für Alte Geschichte und Altorientalistik der Universität Innsbruck. Kai Ruffing ist Professor für Alte Geschichte an der Universität Kassel.

Weitere Details

Erschienen: 21.10.2029

Umfang: 20 s/w Illustr., 20 farbige Illustr., Etwa 700 S.

Sprache: Deutsch

Einband: GEB

ISBN/EAN: 9783662734599

Umbreit-Nr.: 781305

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