Gert Ledigs 'Vergeltung' im Kontext von W. G. Sebalds 'Luftkrieg und Literatur'
Zusatztext
Studienarbeit aus dem Jahr 2003 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 12 Punkte, Universität des Saarlandes (Germanistisches Institut), Sprache: Deutsch, Abstract: Im Spätherbst 1997 initiiert der deutsche Schriftsteller und Germanist W. G. Sebald die Diskussion um Luftkrieg und Literatur in seinen Züricher Vorlesungen, welche er 1999 in leicht abgewandelter Form als Buch veröffentlicht. Sebald wirft der deutschen Literatur vor, angesichts des Grauens des Luftkrieges versagt zu haben. Im Rahmen der im Anschluss daran aufflammenden Diskussion erinnerte man sich an den Roman Vergeltung Gert Ledigs, welcher das Geschehen während des Bombardements einer deutschen Großstadt beschreibt. Gert Ledig, ein bis dahin literarisch völlig im Dunkeln versunkener Mann, wird von dem Spiegel-Redakteur Volker Hage als Reaktion auf Sebalds These ins Gespräch gebracht. Ledig ist in den Fünfzigern und Sechzigern teilweise ein sehr erfolgreicher Schriftsteller, gibt das Schreiben aber Mitte der Sechziger auf und gerät in Vergessenheit. Volker Hage treibt Ledig in Utting am Ammersee auf, berichtete im Nachrichtenmagazin Der Spiegel über dessen Vergessen, besorgt eine Neuauflage von Vergeltung und gibt damit den Anstoß zur Wiederentdeckung dieses großen deutschen Nachkriegsschriftstellers. Seinerzeit, 1956, mit seinem Werk Vergeltung scharf kritisiert und abgelehnt, sieht man ihn heute ganz anders. In den fünfziger Jahren des Nachkriegsdeutschlands hat niemand Interesse daran, sich an das kaum zehn Jahre zurückliegende Grauen zu erinnern, etwa über grauenvoll sterbende Frauen und Kinder zu lesen. Ist es doch kaum und endlich überstanden und dennoch so gegenwärtig, als wäre es erst gestern gewesen. Ledig ist damals, wie schon erwähnt, in der literarischen Szene kein Unbekannter. Sein Roman Stalinorgel gilt vielen als bester Roman über den Zweiten Weltkrieg, sein Au-tor gehört demnach in die vorderste Reihe der deutschen Gegenwartsliteratur. Ja, sogar internationaler Erfolg bleibt ihm mit Stalinorgel nicht verwehrt, wird der Roman doch in 14 Sprachen übersetzt. [...]
Weitere Details
Erschienen: 17.04.2007
Umfang: 18 S., 0.28 MB
Sprache: Deutsch
ISBN/EAN: 9783638786515
Umbreit-Nr.: 2842993
