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Bürgerliche Netzwerke

Cover von Bürgerliche Netzwerke

Städtisches Vereinswesen als soziale Struktur - Halle im Deutschen Kaiserreich, Bürgertum Neue Folge, Bürgertum Neue Folge 15, Studien zur Zivilgesellschaft

Watermann, Daniel

Vandenhoeck & Ruprecht

Diese Arbeit untersucht bisher vernachlässigte Aspekte des Bürgertums im 19. und 20. Jahrhundert. Durch eine Soziale Netzwerkanalyse erforscht sie, welche Gruppen soziale Beziehungen miteinander eingingen.

85.00

(inklusive MwSt.)

Verfügbarkeit: Besorgungstitel, Festbezug

Zusatztext

Die Frage nach der Beschaffenheit und Rolle des deutschen Bürgertums im 19. und 20. Jahrhundert hat seit den 1980er Jahren die sozial- und kulturgeschichtliche Forschung bewegt und eine immense Literaturfülle produziert - indes: Weder die Untersuchung gemeinsamer sozioökonomischer Klassenlagen noch Studien zu geteilten kulturellen Normen, Werten und Praktiken konnte eine befriedigende Antwort geben. Zu amorph und disparat schien das Bürgertum. Die Studie von Daniel Watermann beschreitet einen neuen Weg. Mit der in den Geschichtswissenschaften innovativen Methode der Sozialen Netzwerkanalyse wird das gesamte Vereinswesen einer Stadt im Deutschen Kaiserreich dahingehend erforscht, welche Gruppen soziale Beziehungen miteinander eingingen. Ausgangspunkt für diese Analyse ist die Annahme, dass von einer Sozialformation Bürgertum nur dann sinnvoll gesprochen werden kann, wenn seine Angehörigen nicht nur durch eine gemeinsame Klassenlage, etwa als Wirtschafts-, Bildungsbürger oder höhere Beamte kennzeichnet waren, sondern reale Beziehungen zwischen diesen Gruppen ihr entscheidendes Charakteristikum bilden. Mittels netzwerkanalytischer und sozialstatistischer Methoden konnte nicht nur die Existenz eines eng verbundenen Bürgertums nachgewiesen werden. Vielmehr wurde ersichtlich, dass das Bürgertum durch seine Stellung in den wohltätigen, religiösen und politischen Vereinen der Stadt nach wie vor eine zentrale Position einnahm und den maßgeblichen Bezugspunkt für die anderen Sozialgruppen darstellte. Zudem verdichteten sich seine Netzwerke zum Ende der Kaiserreichszeit noch. Die Annahme einer Auflösung oder einer Krise des Bürgertums vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs sollte daher wesentlich differenzierter betrachtet werden.

Autorenportrait

Dr. Daniel Watermann ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Weitere Details

Erschienen: 12.06.2017

Umfang: 365 S., 36 Illustr., 36 Tab., mit 16 farb. Netzwer

Sprache: Deutsch

Einband: GEB

ISBN/EAN: 9783525368534

Umbreit-Nr.: 9977770

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