Unsere fremden Griechen
Zur politischen Anthropologie der hellenischen Kultur, Studien zur Alten Geschichte 42
Flaig, Egon (emer. Univ.-Prof. Dr.)
Die griechische Kultur bietet den radikalen Gegenentwurf zu allen theokratischen Ordnungen. Dieses Buch untersucht, was diese historische Besonderheit ermöglicht hat.
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Zusatztext
Die Griechen schufen politische Ordnungen, gelagert auf breiteste Partizipation ihrer Bürger und ohne göttliche Vorgaben, gegründet allein auf die menschliche Autonomie - auf die Selbstermächtigung, die politische Ordnung nach eigenem Ermessen zu verändern. Sie pflegten eine rege Gesetzgebung in ihren Volksversammlungen, die nach dem Mehrheitsprinzip entschieden. Solches menschliche Verfügen über die Normen und Formen des Gemeinwesens ist der radikalste Gegenentwurf zur Theokratie. Diese folgenreiche Erbschaft gilt es wissenschaftlich zu analysieren und in unser europäisches Selbstverständnis einzuholen. Dafür bietet dieses Werk einen neuen Ansatz: Analysiert werden die kardinalen Komponenten, die eine solche politische Dynamik ermöglichten und umfassende Ideenrevolutionen vorantrieben. Politische Anthropologie heißt, die kulturellen Faktoren zu gewichten, die eine solche Autonomie des Politischen ermöglichten. Ein besonderes Augenmerk richtet sich auf die dogmatische Schwäche einer Religion, die außerstande war, auf die sozialen Normen und auf die politische Ordnung einzuwirken oder den Dichtern und Denkern Vorschriften zu machen, ferner auf die starken moralischen Effekte der sportlichen und musischen Wettkämpfe, sowie auf deren Kraft zur kulturellen Homogenisierung der griechischen Welt.
Weitere Details
Erschienen: 14.09.2026
Sprache: Deutsch
Einband: GEB
ISBN/EAN: 9783525311837
Umbreit-Nr.: 1569875
